Berlin Wenn es auf Kinderköpfen krabbelt, ist der Schreck oft groß. Läusemittel versprechen Abhilfe. Die Stiftung Warentest hat zwölf vielverkaufte Präparate gegen Läuse – Lösungen, Sprays und Shampoos – bewertet. Einige, aber nicht alle sind empfehlenswert. Für Läusekiller gilt: Damit sie sicher wirken, müssen Nutzer sie korrekt anwenden. Unverzichtbar ist bei jeder Behandlung zusätzlich ein Läusekamm.

Von Kopf zu Kopf

Läuse nisten sich liebend gern auf Menschenköpfen ein. Die Miniparasiten finden dort alles, was sie brauchen: Nahrung, indem sie winzige Mengen Blut abzapfen, außerdem lauschige Plätzchen für ihre Eier, die sie dicht an Haarwurzeln festkleben. Kopfläuse wandern viel herum, daher werden sie leicht übertragen. Es reicht, wenn die Haare zweier Menschen sich berühren. Besonders leichtes Spiel haben Läuse bei Kindern. Sie stecken weitaus häufiger die Köpfe zusammen als Erwachsene, etwa beim Spielen, Kuscheln, Toben.

Kopfläuse übertragen hierzulande keine Krankheiten. Aber sie verschwinden nicht von allein und können ruckzuck ganze Kindergartengruppen oder Schulklassen befallen. Um all diesen Problemen vorzubeugen, zählen bei Läuseverdacht gründliche Kontrollen der Köpfe und wenn nötig eine zügige Behandlung.

Die Stiftung Warentest hat zwölf vielverkaufte Läusemittel bewertet. Experten sichteten Studien zur Wirksamkeit sowie Daten zu den Risiken. Als Mittel der Wahl gelten einige, aber nicht alle bewerteten Präparate mit dem Wirkstoff Dimeticon – einem Öl, das Läuse erstickt, indem es ihre Atemwege verklebt. Als geeignet sehen die Tester die Mittel Dimet 20, EtoPril und Jacutin Pedicul Fluid an.

Kein Grund zur Scham

Fast genauso gut eignen sich zwei Mittel mit altbekannten Insektengiften, die die Nerven von Läusen lähmen, sowie eines mit Mineralöl. Es sind Goldgeist forte und Infecto Pedicul sowie Mosquito Med Läusemittel. Manche Präparate können Ärzte Kindern verordnen. Dann zahlt sie die Krankenkasse.

Für alle Läusekiller gilt: Damit sie sicher wirken, müssen Nutzer sie großzügig auftragen und Anwendungsfehler vermeiden – also die jeweilige Gebrauchsanleitung genau beachten. In aller Regel sind zwei Behandlungen im Abstand von ungefähr einer Woche notwendig. Unverzichtbar ist bei jeder Behandlung zusätzlich ein Läusekamm“.

Bis Läuse auffallen, haben sie meist schon andere Köpfe besiedelt. Daher ist es wichtig, bei einem „Läusefund“ alle anderen Personen im Haushalt gründlich zu checken. Zudem sind Eltern verpflichtet, Einrichtungen wie die Schule oder den Kindergarten betroffener Kinder zu informieren – damit andere Eltern ohne Nennung des Namens Bescheid bekommen und ebenfalls ihr Kind kontrollieren können. Schämen braucht sich niemand. Mit Sauberkeit haben Kopfläuse laut heutigem Wissen rein gar nichts zu tun.

->  Die Arzneimittelexperten der Stiftung Warentest geben Dimet 20, EtoPril und Jacutin Pedicul Fluid die beste Bewertung „geeignet“. Aussagekräftige Studien belegen ihre Wirksamkeit, und sie sind gut verträglich. Alle drei enthalten Dimeticon, ein synthetisches Öl, das Läuse erstickt, indem es ihre Atemwege verklebt.
-> Als „auch geeignet“ stufen die Experten Goldgeist Forte, Infecto Pedicul und Mosquito Med Läuseshampoo ein. Goldgeist und Infecto Pedicul enthalten Insektengifte. Sie wirken grundsätzlich gut, doch immer mehr Läuse werden unempfindlich dagegen.
-> Vier Mittel sind „mit Einschränkung geeignet“: Licener, Linicin, Nyda und Nyda plus. Ihre Wirksamkeit ist durch Studien wenig belegt.

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