Bardenfleth Wo Helga Becker und Peter Humpe vorfahren, zieht das unternehmungslustige Paar die Blicke auf sich. Der Grund ist ihr Auto – ein weißer Borgward aus dem Jahr 1958. Das Modell Isabella TS ist ein Glanzstück in ihrem Oldtimer-Museum in der Gemeinde Berne im Kreis Wesermarsch.

„Eigentlich haben wir eine Doppelgarage für unsere beiden Oldtimer gesucht“, erzählt die 75-Jährige. Fündig geworden ist das Paar schließlich in Bardenfleth in Sichtweite der Fassmer-Werft. Die ehemalige Werkshalle einer Maschinenbau-Firma stand schon zwölf Jahre leer, als Humpe und Becker 2007 das Gebäude kauften und sich an die Arbeit machten.

Verchromter Motorraum

Heute erinnert nichts mehr an die anstrengenden Renovierungsarbeiten, die ein Jahr in Anspruch nahmen. Das kleine, feine Museum präsentiert derzeit 16 Oldtimer. Das älteste Fahrzeug ist ein leuchtend rotes Cabrio Roadster der Firma Horch/DKW, Baujahr 1935, mit 20 PS. Von dem Modell mit sogenanntem Schwiegermuttersitz im Kofferraum wurden bis 1937 ganze 975 Exemplare gebaut

„Eine Rarität, es ist das einzige Modell in Deutschland“, sagt Peter Humpe (76) über den Hingucker. Der Volkswagen-Konzern habe schon viel Geld für das Fahrzeug geben wollen. Seine Besitzer gaben es jedoch in die Obhut von Humpe und Becker.

Auch für Thomas Schwarz (47) aus Berne ist das Museum eine gute Adresse. Sein gelber Ford Capri, Baujahr 1980, wird gehegt und gepflegt. Gerade hat er noch mal mit einem weichen Tuch über den Lack gewischt. Der Motorraum ist komplett verchromt, die Auflagen bestehen aus Kupfer. Der englische Motor (drei Liter Hubraum) hat 138 PS.

Der Berner hat den Ford Capri 1993 gekauft und 17 Jahre am Fahrzeug geschraubt und lackiert. „Das Original war weiß. Als ich den Wagen gekauft habe, war er pink“, erzählt er. Er lackierte ihn gelb.

Schwarz ist Mitglied im Oldtimer-Club „Free Capri Niedersachsen“ und nimmt mit seinem Auto regelmäßig an Oldtimer-Treffen teil. „Aber nur bei gutem Wetter“, versichert er.

Der ganze Stolz von Becker und Humpe ist der weiße Borgward Isabella TS mit 75 PS. Mit dem Fahrzeug haben sie schon viele Hochzeitspaare und Geburtstagsjubilare kutschiert. „Das ist immer ein besonderes Erlebnis“, erzählt Becker. Aus dem Hause Borgward kommt auch die rote Lloyd-Limousine Alexander LP 600. Das Modell aus dem Jahr 1961 hat 25 PS.

Helga Becker freut sich schon auf Ausflüge mit dem Buckelvolvo aus den 50er Jahren, der vor Kurzem aus Schweden gekommen ist. „Der ist leichter zu lenken als der Borgward“, erzählt sie. Bis es soweit ist, liegt allerdings noch einige Arbeit vor dem Paar. Das Fahrzeug muss dem TÜV vorgestellt werden, und ein Gutachter prüft, ob im Buckelvolvo nur Originalteile verbaut worden sind. Sonst gibt es kein H-Kennzeichen für den Oldtimer.

Ein Trabi fehlt im Museum natürlich auch nicht. „Es gibt kaum noch welche“, erzählt Humpe. Sein Modell, Baujahr 1985, kommt aus der Nähe von Braunlage. Ein paar Schritte weiter steht ein Wartburg, Baujahr 1978, ebenfalls ein gefragtes Modell aus DDR-Zeiten.

Schnittiges Coupé

Die Limousine ist jedoch kein Vergleich zum schnittigen roten Triumph TR 6 Coupé von British Leyland. Der Sportwagen, Baujahr 1973, hat 123 PS und ist fahrbereit.

Auch ein paar alte Motorräder haben im Oldtimer-Museum einen Platz gefunden, ebenso Humpes altes Mofa, das er sich von seinem Konfirmationsgeld gekauft hat. Sein erstes Auto war Ende der 1950er Jahre ein NSU Prinz. Er fuhr es ein Jahr lang und kaufte sich dann einen funkelnagelneuen VW Käfer.

Helga Beckers Leidenschaft für Autos begann 1963 mit dem Lloyd Alexander, später stieg auch sie auf den VW Käfer um. In den 1970er Jahren fuhr sie einen knallroten Opel Manta. „Ein Traumauto, einfach unverwüstlich“, schwärmt sie. Heute schätzt sie im Alltag ihren praktischen VW Polo, und für das Vergnügen gibt es ja den Borgward.

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Lore Timme-Hänsel Redakteurin / Kulturredaktion
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