BREMEN Bruno Risi steht vor einem der schwersten Radrennen seiner Laufbahn. Der Schweizer bestreitet bei den 46. Bremer Sixdays (14. bis 19. Januar) sein letztes Rennen in Deutschland. Nach 19 Profijahren und 60 Sechstagesiegen tritt der 41-jährige ehemalige Bahn-Weltmeister am Saisonende zurück.

„Wir werden ihm einen Abschied bereiten, wie es einen solchen noch nicht gegeben hat“, kündigte Veranstalter Frank Minder am Dienstag in Bremen an. Er setzt diesmal mehr denn je auf Risi. Neben dem erweiterten Showprogramm soll der Publikumsliebling als Zugpferd des runderneuerten Fahrerfeldes die Fan-Massen in die Stadthalle locken. Minder unterstrich, dass nur ein Zuschauererfolg die Traditionsveranstaltung retten kann: „Es wird eine Abstimmung mit den Füßen, ob die Bremer das Rennen noch wollen.“

Vor einigen Wochen schlug Minder noch Alarm und appellierte an den Bremer Senat, „200 000 Euro als Bürgschaft oder Garantie zu gewähren“, damit er bei einem Etat von knapp 2,5 Millionen Euro nicht draufzahlen müsse. Dieses Thema scheint vom Tisch. Der Senat machte dem 63-Jährigen unmissverständlich klar, dass dieser in wirtschaftlichen Krisenzeiten damit nicht rechnen könne.

Minder musste nach dieser Abfuhr sein Glück also wieder selbst in die Hand nehmen. „Wir musten finanzielle Abstriche machen“, gab er zu. So verzichten die Profis auf bis zu zehn Prozent ihrer Gage – ausgenommen Risi.

Minder stehe aber in Verhandlungen mit einem neuen Großsponsor. Gelingt der Abschluss, sei die 47. Auflage auch ohne öffentliche Zuschüsse sicher. Bilanziert werde aber erst nach dem diesjährigen Rennen. „Wird es ein Erfolg, machen wir weiter“, versprach Minder.

Sportlich scheinen die Karten derweil verteilt. „Bruno Risi/Franco Marvulli sind die absoluten Favoriten“, glaubt selbst der Sportliche Leiter Patrick Sercu, dass keines der übrigen elf Teams es schafft, den Schweizer „Alpenexpress“ zu überholen. „Bruno ist trotz seines Alters noch 100 Prozent fit“, betonte Sercu.

Auf das Podium können mehrere Teams fahren. Allen voran Christian Grasmann und Leif Lampater (Vorjahressieger an der Seite von Erik Zabel), Robert Bartko/Jeff Vermeulen sowie Danny Stam/Iljo Keisse. Die übrigen Teams haben nur Außenseiterchancen.

NWZ-Spezial: Informationen & Bilder vom 46. Bremer Sechstagerennen

Risi führt bei Abschiedsrennen 24-köpfiges Fahrerfeld an

1 Bruno Risi/Franco Marvulli (Schweiz)

2 Robert Bartko (Deutschland)/Jeff Vermeulen (Niederlande)

3 Jan-Erik Madsen/Marc Hester (Dänemark)

4 Iljo Keiss (Belgien)/ Danny Stam (Niederlande)

5 Martin Baha/Jiri Hochmann (Tschechien)

6 Sergej Kolesnikow/Alexej Schmidt (Russland)

7 Leif Lampater/Christian Grasmann (Deutschland)

8 Eric Mohs/Marcel Barth (Deutschland)

9 Alexander Aeschbach/Tristan Marguet (Schweiz)

10 Andreas Müller (Österreich)/Sebastian Siedler (Deutschland)

11 Andreas Beikirch (D)/Leon van Bon (NL)

12 Sebastian Donadio (Argentinien)/Christian Bach (Deutschland)

Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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