Paris Der Radsport verneigt sich vor dem „Prince of Wales“, auf der Insel erstrahlen Schlösser in Gelb, und die Konkurrenz verzweifelt am Team Sky. Nach dem Erfolg von Geraint Thomas bei der Tour de France ist die Zukunft des neuen britischen Sportstars zwar offen. „Keine Ahnung, momentan will ich einfach nur feiern“, kündigte der smarte Radprofi, dessen Vertrag bei Sky Ende des Jahres ausläuft, an. Dass an der Mannschaft des akribischen wie gefürchteten Dave Brailsford auch in den nächsten Jahren kaum ein Vorbeikommen ist, damit ist zu rechnen.

Sky und die Tour – das ist wie Bayern München in der Bundesliga: Das Kapital bestimmt den Sieger. Mit mindestens 30 Millionen Euro ist das Budget das höchste im Peloton, seit 2012 stellte Sky bis auf eine Ausnahme stets den Tour-Sieger. „Sky kann sich hoch bezahlte Fahrer als Helfer leisten, die in anderen Teams Kapitäne wären“, lautete die Analyse von Ex-Profi Rolf Aldag, Sportlicher Leiter beim Team Dimension Data.

Fahrer wie Ex-Weltmeister Michal Kwiatkowski aus Polen oder Lüttich-Bastoge-Lüttich-Sieger Wout Poels (Niederlande) waren bei der Tour ergebene Diener ihrer Herren. Dazu stimmt der Team-Spirit.

Brailsford ließe sich hier ergänzen. Der Regisseur machte in den vergangenen Jahren nur einmal eine schlechte Figur: beim Krisenmanagement im Fall seines ersten Toursiegers Bradley Wiggins. Vor dem Parlaments-Ausschuss zur Untersuchung einer dubiosen Medikamenten-Lieferung an den Ex-Profi verstrickte er sich in Widersprüche. Das Verfahren wegen möglicher Doping-Vergehen wurde dennoch eingestellt.

Brailsford überstand auch die Ermittlung wegen Doping-Verdachts gegen Froome nach einer Salbutamol-Auffälligkeit. Und er zauberte bei der Tour das Supertalent Egan Bernal aus dem Hut. Für die Kapitänsrolle 2019 ist der 21-jährige Kolumbianer aber noch zu unerfahren. Froome hat noch einen Vertrag, zeigte aber Schwächen. Thomas ist sein logischer Nachfolger, könnte nach dem Triumph aber auch bei jeder anderen Mannschaft anheuern und sogar das Salär diktieren.

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