BREMEN Bruno Risi strahlte am Freitagnachmittag über das ganze Gesicht. „Bremen ist eines der schönsten Rennen“, sagte der 41-jährige Schweizer bei seiner letzten Pressekonferenz in der Hansestadt. Das 46. Bremer Sechstagerennen (14. bis 19. Januar) ist gleichzeitig sein letztes auf deutschem Boden. Am Saisonende tritt der 60-malige Sixdays-Sieger und fünffache Bahnweltmeister zurück.

Gerade rechtzeitig. Denn in den kommenden Jahren wird es in Deutschland wenig zu gewinnen geben. Am Freitag gaben auch die Veranstalter des Münchner Sechstagerennens auf. Zuvor waren bereits die Traditionsrennen in Stuttgart und Dortmund abgesagt worden. Nur Bremen und Berlin machen weiter.

„Das Konzept ist nicht mehr zeitgemäß“, meinte Ralph Huber, der als Chef des Olympiaparks in München Mitveranstalter war. 2009 kamen an den sechs Tagen nur noch 52 000 Zuschauer in die Halle – 12 000 weniger als kalkuliert. Dadurch waren große finanzielle Verluste entstanden. Huber: „Kein Sponsor war bereit, das Risiko 2010 einzugehen.“

„Das ist alarmierend“, sagte Risi, der aus Erfahrung weiß, dass es ohne Show nicht geht. Er selbst besteigt in den Rennpausen gerne mal die Bühne und stimmt sein berühmtes Lied „Alpärosä“ an.

Allein der Radsport, den immer weniger sehen wollen, lockt die Massen nicht mehr an die Bahn. Deshalb investierten die Bremer trotz finanzieller Probleme ins Rahmenprogramm. Dieses soll neben den Fahrern in der Halle eins der Bremen-Arena die Gäste in den Party-Hallen zwei bis vier unterhalten.

Diese Taktik gegen den Trend geht offenbar auf. „Der Vorverkauf liegt über dem des Vorjahres“, vermeldete Sixdays-Chef Frank Minder am Freitag. Den Startschuss durch die TV-Moderatorinnen Sonya Kraus und Barbara Schöneberger am Tag zuvor verfolgten 10 000 Fans, insgesamt tummelten sich gar 17 000 in den Hallen. „Wenn sich dieser Trend fortsetzt, geht es auch in den nächsten Jahren in Bremen weiter“, kündigte Minder an.

Mehr Infos unter www.NWZ online.de/sechstagerennen

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