BREMEN Ihr Lachen steckt einfach an: Leichtfüßig tanzte Nena am Donnerstagabend über die Radrennbahn in der Bremen-Arena. Noch bevor die Popsängerin die Startpistole in die Hand genommen hatte, nahm sie die 24 Radprofis mit ihrem sympathischen Wesen ein. „Hey, viel Glück“, hauchte sie den Fahrern mit ihrer charakteristischen lässigen Stimme zu; und die sonst so harten Sportler schmolzen förmlich dahin.

„Ich hatte noch nie einen Revolver in der Hand“, sagte die 50-Jährige mit einigem Respekt vor der Schreckschusswaffe. Dann verharrte sie eine Sekunde und schoss vor 10 000 Zuschauern das 47. Bremer Sechstagerennen (13. bis 18. Januar) an.

Schießen sei eigentlich gar nicht ihre Sache – schließlich habe sie das Antikriegslied „99 Luftballons“ geschrieben. „Aber ich finde Sport toll. Man sollte ihn immer unterstützen“, sagte Nena: „Ich fiebere bei so etwas immer mit.“

Beeindruckt zeigte sie sich vor allem von der Leistung der Radfahrer, die bis zum Finale am kommenden Dienstag knapp 1000 Kilometer zurücklegen werden. „Ich fahre auch gerne Rad, allerdings nur mit meinen Hollandrad“, gab Nena zu. Eine Runde mit dem Rennrad auf der 166 Meter langen Holzbahn wollte sie aber nicht absolvieren. „Das ist zu gefährlich“, sagte auch Veranstalter Frank Minder.

Diese Aufgabe würde der durchtrainierten Frau sportlich allerdings nicht schwerfallen. Dass Nena im vergangenen Jahr ihren 50. Geburtstag feierte, sieht man ihr nicht an. Schon gar nicht, dass sie zweifache Oma ist. Doch das hört die gebürtige Hagenerin, die mit ihrem ersten Hit „Nur geträumt“ 1982 in der Kult-Sendung „Musikladen“ in Bremen ihr Fernsehdebüt feierte, gar nicht gerne: „Ich mag das Wort Oma nicht.“

Nachdem Nena die Rundenhatz eröffnet hatte, ging es für sie direkt auf Deutschlandtournee. In Kempten im Allgäu beginnt sie am Mittwoch ihre ganz persönlichen Sixdays. Bis zum 22. Januar tritt Nena in sechs deutschen Städten auf und wird dabei ebenso gefordert wie die Radfahrer in Bremen.

Für diese lief es allerdings zunächst nicht rund. Bereits nach 30 Minuten musste das Rennen wegen einer gebrochenen Latte unterbrochen werden. Nachdem das Brett aus sibirischer Fichte ausgetauscht worden war, ging es dann auf die erste Große Jagd.

In diesem Rennen über 45 Minuten setzten sich überraschend die jungen Deutschen Eric Mohs/Marcel Barth vor Marc Hester/Jens-Erik Madsen (Dänemark) durch. Zuvor hatte Robert Bartko aus Potsdam schon das Rundenrekordfahren gewonnen.

Zum Abschied tänzelte Nena dann noch einmal durch den Innenraum – mit einem Lachen im Gesicht, das alle ansteckte.

Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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