Megève Herber Rückschlag für die Tour-de-France-Hoffnung Emanuel Buchmann, Zittern um den Start von Maximilian Schachmann: Das deutsche Rad-Team Bora-hansgrohe durchlebt knapp zwei Wochen vor der Frankreich-Rundfahrt mit schmerzhaften Stürzen seiner Topfahrer und einem Überraschungserfolg ein Auf und Ab der Emotionen.

Der 27-jährige Buchmann zog sich auf einer Abfahrt beim 72. Critérium du Dauphiné schwere Prellungen und Hautabschürfungen zu, der deutsche Meister Schachmann prallte bei der Lombardei-Rundfahrt mit einem Auto zusammen und brach sich das Schlüsselbein. Zudem verletzte sich Buchmanns österreichischer Edelhelfer Gregor Mühlberger an der Hand. Der erste Profisieg von Lennard Kämna geriet am Samstag in den französischen Alpen in den Hintergrund.

„Wir sind natürlich erschrocken. Und es tut mir leid für das ganze Team, unsere Strategie – und für Lennard Kämna. Denn sein großer Sieg ist wegen der Unfälle untergegangen“, sagte Teammanager Ralph Denk im „Münchner Merkur“ und der „tz“. Zu Buchmann und Mühlberger ergänzte Denk: „So wie es am Sonntag ausschaute, ist die Tour de France für beide nicht in Gefahr.“

Auch andere Top-Fahrer wie Primoz Roglic und Steven Kruijswijk stürzten auf Abfahrten der Dauphiné-Rundfahrt und mussten das Rennen verletzt aufgeben. Vuelta-Sieger Roglic hatte sich in Top-Form präsentiert und das Rennen im Gelben Trikot angeführt.

„Kies und tiefe Löcher die ganze Strecke runter. Die Personen, die sich für diesen Weg entschieden haben, scheren sich keine Sekunde um die Sicherheit von uns Fahrern“, schrieb der frühere Zeitfahrweltmeister Tony Martin bei Instagram, Teamkollege von Roglic und Kruijswijk bei Jumbo-Visma.

Auch Sprint-Routinier André Greipel ärgerte sich: „Das ist von den Organisatoren respektlos gegenüber all den Fahrern. Die Gesundheit zu riskieren, um am Ende der Abfahrt das Ergebnis zu haben, dass zwei Kandidaten für das Gesamtklassement raus sind“, schrieb der 38-Jährige bei Twitter.

Noch dramatischer waren die Ereignisse in Norditalien. Wie durch ein Wunder kam das belgische Radsport-Wunderkind Remco Evenepoel nach einem Sturz von einer Brücke in eine Schlucht mit einem Bruch des Beckens sowie einer Quetschung der rechten Lunge davon. „Ich bin froh, dass er noch lebt“, sagte Patrick Lefevere, Teammanager von Evenepoels Rennstall Quickstep. Für den 20-jährigen Evenepoel ist die Saison dennoch gelaufen.

Schachmann kann dagegen trotz seines kuriosen Zusammenstoßes mit einer offenbar fehlgeleiteten Autofahrerin sogar noch auf einen Start beim Saison-Höhepunkt hoffen. „Es besteht noch die Hoffnung, dass er fahren kann“, sagte Jens Zemke, Sportlicher Leiter von Schachmanns Team Bora-hansgrohe, nach Rücksprache mit den Teamärzten. Demnach müsse Schachmann nicht operiert werden.

Die UCI ermittelt nun nach dem Vorfall. Das Auto hätte nie auf die Strecke gelangen dürfen.

NWZ Bundesliga-Tippspiel 20/21
Wer wird Tippspiel-König 20/21? Am besten gleich mittippen und jeden Spieltag um einen 50€-Gutschein von Möbel Weirauch spielen!

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.