Washington /Berlin In der kommenden Woche wird die Air Force One für ihren nächsten Transatlantikflug bereitgemacht, US-Präsident Donald Trump begibt sich auf seine 15. Auslandsreise. Erst fliegt er zum G7-Gipfel im französischen Biarritz, schon wenige Tage später steht ein Besuch des Präsidenten in Polen und Dänemark an.

Einen Bogen macht Trump wieder um Deutschland, einer der engsten Verbündeten der USA. Seit mehr als zweieinhalb Jahren ist er nun im Amt, und weder hat es bislang einen Deutschland-Besuch gegeben, noch ist ein solcher geplant. Das sagt viel über das Verhältnis.

Bislang war Trump lediglich beim G20-Gipfel im Juli 2017 in Hamburg, damals kam er von seinem ersten Polen-Besuch. Auf der Rückreise vom Irak im Dezember legte Trump außerdem einen kurzen Zwischenstopp auf der US-Basis Ramstein in Rheinland-Pfalz ein, um Soldaten zu treffen.

Bilaterale Besuche – also Visiten, die nicht mit einem Gipfeltreffen verknüpft sind – in anderen europäischen Ländern gab es dagegen schon einige: Der US-Präsident war neben Polen bereits jeweils zwei Mal in Frankreich und Großbritannien, den beiden mächtigsten europäischen Staaten neben Deutschland. Auch Italien hat er bereits besucht. Damit war er schon in allen G7-Staaten – außer Deutschland. Zudem war er in Irland, wobei dabei sein dortiges Golf-Resort eine Rolle gespielt haben könnte.

Gemessen an Trumps Vorgängern ist sein Fernbleiben ungewöhnlich. Barack Obama reiste keine fünf Monate nach seiner Amtseinführung nach Dresden, um im Juni 2009 Kanzlerin Angela Merkel zu treffen und mit ihr das Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar zu besuchen. George W. Bush war etwas mehr als 16 Monate im Amt, als er im Mai 2001 in Berlin mit Kanzler Gerhard Schröder zusammenkam und vor dem Bundestag sprach. Knapp 18 Monate dauerte es, bis Bill Clinton im Juli 1994 mit Kanzler Helmut Kohl in Bonn zusammenkam und in Berlin eine Ansprache am Brandenburger Tor hielt. Trump sitzt inzwischen seit 30 Monaten im Weißen Haus.

Viel Erfreuliches gäbe es bei einem Empfang Trumps durch Merkel in der Bundesrepublik derzeit allerdings auch nicht zu bereden. Trump ist ein erbitterter Gegner der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2, die Gas von Russland nach Deutschland bringen soll. Er wirft Deutschland vor, Russland Abermilliarden Euro für Gaslieferungen zu bezahlen und sich zugleich auf den Schutz der USA zu verlassen.

Immer wieder kritisiert der US-Präsident die aus seiner Sicht zu geringen Verteidigungsausgaben Deutschlands. Unverhohlen drohen die USA mit einem Teilabzug ihrer Truppen aus Deutschland.

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