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Ulrich Gathmann will Oberbürgermeister werden

BERLIN /MüNCHEN

Redaktion Berlin BERLIN/MÜNCHEN - Beim Abschied aus der Politik war er sauer, weil die CSU ihn, Friedrich Zimmermann, nicht mehr für den Bundestag aufstellte. Jüngere sollten ran, mehr Frauen. Später dann hat Zimmermann zum Ruhestand gesagt: „Ich fühle mich dort sauwohl. Heut brauch’ ich nimmer jeden freundlich anlächeln, auch wenn ich ihn für einen Deppen halt’.“

Wer über Zimmermann redet, denkt sofort an „Old Schwurhand“. Dabei handelte es sich um eine Affäre in Bayern, bei der Zimmermann einen Eid geschworen hatte, und wie sich herausstellte, einen Meineid. Er wurde aber freigesprochen, weil ein Gutachter ihm bestätigte, dass er zur Zeit der Aussage „unter Unterzuckerung des Blutes und deshalb verminderter geistiger Leistungsfähigkeit“ gelitten habe. Na ja.

33 Jahre war der gebürtige Münchner auf der Polit-Bühne in Bonn. Als Innenminister klebte die Opposition ihm zwar den fragwürdigen Titel „Ankündigungsminister“ ans Revers. Aber wahr ist auch, dass das schadstoffarme Auto und bleifreies Benzin seinem politischen Engagement zu verdanken sind. Gleichwohl blieb er für den politischen Gegner der Recht-und-Ordnung-Mann wegen seines harten Kurses in der Ausländer- und Sicherheitspolitik.

Der Name Zimmermann ist als CSU-Landesgruppenchef eng verbunden mit dem Kreuther-Trennungsbeschluss der CSU von der CDU. Aber sein großes Vorbild Strauß lenkte ein, als Kohl mit dem „Einmarsch“ der CDU nach Bayern drohte.

Di-Mi-Do-Minister nannten ihn Freunde und Gegner, weil sie den Minister nur an den drei Tagen in Bonn wähnten. Er soll oft Tennis gespielt haben. Zimmermann waren solche Anwürfe immer wurst. „Ich lege keinen Wert darauf, geliebt zu werden. Mir reicht es, wenn man mich respektiert.“ Letzteres war der Fall.

Beispielsweise schätzte der damalige Kanzler Helmut Schmidt (SPD) Zimmermanns Nüchternheit und Verlässlichkeit, die er während der Schleyer-Entführung kennen gelernt hatte.

Zum 80. Geburtstag Zimmermanns am 18. Juli lädt CSU-Chef Edmund Stoiber einen illustren Freundeskreis in ein Münchner Nobelrestaurant. Mit seiner CSU, der er lang gedient hat, ohne einem Streit aus dem Weg zu gehen, ist der passionierte Jäger, der in dritter Ehe mit einer 25 Jahre jüngeren Frau verheiratet ist, wieder im Reinen.

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