Rom/Valletta (dpa) - Die 62 Migranten, die tagelang auf einem deutschen Rettungsschiff im Mittelmeer ausgeharrt hatten, sind nach Malta gebracht worden.

Örtliche Medien zeigten am Samstagabend, wie die Menschen an Land gingen. Von dort sollen sie nach Deutschland, Frankreich, Portugal und Luxemburg gebracht werden, wie die maltesische Regierung zuvor mitgeteilt hatte. Keiner von ihnen werde in Malta bleiben. EU-Flüchtlingskommissar Dimitris Avramopoulos begrüßte auf Twitter die "erreichte koordinierte Lösung". Deutschland nimmt nach Angaben des Bundesinnenministeriums bis zu 26 Menschen auf.

Das Rettungsschiff "Alan Kurdi" von der Organisation Sea-Eye hatte die Menschen am 3. April vor der libyschen Küsten gerettet. Das Schiff bekam dann keine Genehmigung, in einen sicheren Hafen einzufahren, da Italien und Malta auf eine Verteilung der Menschen auf andere EU-Länder pochten. Zwei Frauen wurden aus gesundheitlichen Gründen in Malta an Land gebracht.

Auch jetzt durfte die "Alan Kurdi" nicht in Malta einlaufen, wie die Regierung des rund 350 Kilometer nördlich der libyschen Küste gelegenen Inselstaates angekündigt hatte. Sie mussten von dem Rettungsschiff auf ein maltesisches Schiff wechseln, das sie dann an Land brachte.

Die deutsche Menschenrechtsorganisation Pro Asyl kritisierte das Verhalten des kleinsten EU-Landes als "unerträglich". "Es gibt überhaupt keine nachvollziehbare Erklärung, dass Malta die Alan Kurdi nicht einlaufen lässt. Malta tritt die Menschenwürde mit Füßen", sagte Geschäftsführer Günter Burkhardt. Pro Asyl fordere einen Europäischen Verteilungsschlüssel für Angelandete und aus Seenot gerettete Bootsflüchtlinge.

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