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Hannover Die traditionellen Osterfeuer gehören für viele Niedersachsen fest zum Osterbrauchtum – doch ob die beliebten Feuer zumindest im kleinen Kreis brennen dürfen, ist noch offen. „Bei einem Osterfeuer handelt es sich typischerweise um eine Veranstaltung“, teilt das für Brauchtum zuständige Innenministerium in Hannover mit. Diese seien nach der geltenden niedersächsischen Corona-Verordnung bis zum 28. März nicht zulässig. Der Ostersamstag fällt allerdings erst auf den 3. April. Was ist dann also erlaubt?

Das für die Corona-Verordnung zuständige Sozialministerium teilt auf Anfrage mit: „Eine Sonderregelung für Veranstaltungen zu Ostern ist derzeit nicht geplant“ und verweist zugleich auf die nächsten Bund-Länder-Gespräche am 22. März. Danach müsste die geltende Corona-Verordnung fortgeschrieben werden.

In einigen Städten und Kreisen bereits verboten

Viele Städte und Gemeinden in Niedersachsen, die grundsätzlich für die Genehmigung der Osterfeuer zuständig sind, wollen nicht so lange auf eine Regelung warten. Sie verständigten sich mit ihren Kreisen bereits darauf, dass es in diesem Jahr keine Osterfeuer geben wird. Dazu zählen etwa die Kreise Ammerland, Emsland, Harburg, Leer, Oldenburg und die Grafschaft Bentheim. Die Kreise Lüneburg und Verden empfahlen, keinen Grünschnitt aufzuschichten. Die kreisfreien Städte Osnabrück und Wilhelmshaven erließen bereits Verbote.

Die Sorge: Bei den traditionellen Osterfeuern kommen sich Menschen in geselliger Runde zu nah. „Das ist jedoch leider etwas, das nach wie vor nicht möglich ist“, teilte der Leiter des Wilhelmshavener Ordnungsamtes, Ralf Janßen, kürzlich mit. Menschenansammlungen müssten in der Corona-Pandemie weiterhin vermieden werden.

Andernorts wie etwa im Landkreis Aurich ist dagegen kein generelles Verbot vorgesehen. „Die Städte und Gemeinden im Landkreis Aurich werden in diesem Jahr nach heutigem Stand das Abbrennen von Osterfeuern zulassen“, teilte der Städte- und Gemeindebund für den Kreis am Freitag mit. Alles laufe aber unter dem Vorbehalt, das Abbrennen angesichts der Infektionszahlen auch noch kurzfristig zu untersagen. Zu dieser Regelung hätten sich die Bürgermeister auch mit Blick auf die Diskussionen im vergangenen Jahren entschieden.

2020 mussten die Brauchtumsfeuer wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Damals gaben die Ministerien für Inneres, Soziales und Umwelt aber einen Erlass heraus. Der sah vor, dass die Kommunen die Feuer verschieben konnten. Einige Kreise etwa in Ostfriesland holten die Feuer daraufhin im Herbst nach. Im Kreis Aurich verlief das nicht ohne Zank. Kritiker verwiesen auf naturschutzrechtliche Vorschriften, die die Feuer aus ihrer Sicht im Herbst verletzten - am Ende entschied ein Verwaltungsgericht, dass die Feuer brennen durften.

Verschieben auf Herbst 2021?

Wäre eine Verschiebung auf den Herbst auch 2021 denkbar? „Ein solcher Erlass ist in diesem Jahr nicht geplant“, teilt das Innenministerium mit. Und: „Vorgaben zu einer Verschiebung werden seitens des Landes nicht gemacht. Die Entscheidung treffen die Gemeinden.“

Der Landkreistag (NLT) geht davon aus, dass es in diesem Jahr „aller Voraussicht nach“ keine Osterfeuer geben wird. „Das in den Privathaushalten anfallende Grüngut kann problemlos über die Grüngutannahmestellen und Wertstoffhöfe der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger entsorgt werden, so dass eine spätere Nachholung der Oster- und Brauchtumsfeuer nach unserer Einschätzung auch nicht erforderlich werden wird“, sagte Hauptgeschäftsführer Hubert Meyer.

Ohne die Feuer fehlt eine Tradition zum Frühlingsbeginn, die hierzulande seit Jahrtausenden überliefert ist. In der heidnischen Zeit wurde den Flammen eine erneuernde Kraft zugeschrieben. Die Feuer sollten den Winter vertreiben. Mit der Christianisierung Mitteleuropas wurde der heidnische Kult von der Kirche umgedeutet. Das Feuer stand nun für die Freude über die Auferstehung Jesu, das „Licht der Welt“. An gesegneten Osterfeuern wird die Osterkerze als Licht Christi entfacht und in die noch dunkle Kirche getragen.

Immerhin: Wer möchte, kann wohl zumindest im kleinen, privaten Kreis ein Mini-Osterfeuer entzünden. Das Entzünden von Feuerschalen und Feuerkörben sei erlaubt, teilt das Umweltministerium mit - sofern die Kontaktbeschränkungen eingehalten werden.

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