Berlin (dpa) - Eine klare Mehrheit der Bürger ist einer Umfrage zufolge der Überzeugung, dass der Osten Deutschland ein größeres Problem mit Rechtsradikalismus hat als der Westen.

In einer Emnid-Erhebung für die "Bild am Sonntag" äußerten 66 Prozent der Befragten diese Auffassung, nur 21 Prozent sahen dies anders. Selbst in Ostdeutschland teilten 57 Prozent diesen Standpunkt, 39 Prozent verneinten, dass das Problem im Osten größer ist als im Westen.

Für 66 Prozent der Deutschen hat sich das Land der Umfrage zufolge seit Beginn der Flüchtlingskrise 2015 zum Negativen verändert. Nur 17 Prozent der Befragten gaben an, Deutschland habe sich zum Guten entwickelt. Vier von fünf Bürgern (82 Prozent) empfinden demnach das gesellschaftliche Klima als deutlich rauer im Vergleich zu den Vorjahren, 11 Prozent verneinen dies.

Das Land hat sich ein Stück weit verändert", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) der "Bild am Sonntag". "Die Toleranzgrenzen sinken, die Debatten werden hitziger. Die Ängste und Sorgen der Bevölkerung bei der Migrationsfrage haben zugenommen. Das Thema spaltet und polarisiert die Gesellschaft in unserem Land.

Nur 27 Prozent der Bürger finden es nach der Umfrage in Ordnung, wenn gegen Ausländer protestiert wird, 66 Prozent haben dafür kein Verständnis. Allerdings: Für Proteste gegen Gewalttaten von Ausländern zeigten 71 Prozent der Befragten Verständnis, nur 21 Prozent hielten auch solche Proteste für falsch.

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