Über zwei Millionen Menschen
Latino-Staaten beraten über Flüchtlingswelle aus Venezuela

Mehr als zwei Millionen Menschen sind bereits aus dem Krisenstaat geflohen, die Nachbarländer sind mit dem Zustrom an Migranten zunehmend überfordert. Gemeinsam wollen sie nun nach einer Lösung suchen. Die Regierung in Caracas schwänzt das Treffen.

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Vertreter aus einem Dutzend Staaten beraten zum Thema Migration aus Venezuela in Quito in Ecuador. Foto: Cancilleria EcuadorBild: dpa-infocom GmbH
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Ein venezolanisches Kind in einer so genannten «Ohne Grenzen» Herberge in Lima. Etwa 200 venezolanische Migranten leben in der Unterkunft. Foto: Geraldo CasoBild: dpa-infocom GmbH
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Die Musikband «La 35» aus Venezuela spielt auf einer Allee in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota. Foto: Daniel Garzon Herazo/ZUMA WireBild: dpa-infocom GmbH
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Eine ältere venezolanische Frau im Rollstuhl schaut auf ihr Enkelkind, während die Mutter des Kindes einen Arzt holt. Foto: Natalia Ortiz MantillaBild: dpa-infocom GmbH
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Eine Gruppe Migranten aus Venezuela wartet mit Koffern und Taschen vor einer Pflegestation des Roten Kreuzes. Foto: Natalia Ortiz MantillaBild: dpa-infocom GmbH
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Die kolumbianische Regierung vergleicht die Massenflucht der Venezolaner mit der Lage im Bürgerkriegsland Syrien. Foto: Claudia Contreras/colprensa/ArchivBild: dpa-infocom GmbH
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Zahlreiche Menschen stehen auf der Brücke «Simon Bolivar» an der Grenze zwischen Venezuela und Kolumbien. Foto: Juan Pablo Cohen/colprensa/ArchivBild: dpa-infocom GmbH
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Quito (dpa) - Angesichts der stark steigenden Zahl von Flüchtlingen aus Venezuela haben Vertreter mehrerer lateinamerikanischer Staaten über gemeinsame Maßnahmen beraten.

"Wir müssen die Krise sichtbar machen und die finanziellen Hilfen in die richtigen Wege leiten", sagte der geschäftsführende Außenminister von Ecuador, Andrés Terán, am Montag zu Beginn des zweitägigen Treffens von Repräsentanten aus einem Dutzend Staaten in Quito.

Das einst reiche Venezuela steckt in einer tiefen Wirtschaftskrise. Für das laufende Jahr rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) mit einer Inflationsrate von einer Million Prozent. Außerdem könnte die venezolanische Wirtschaftsleistung um 18 Prozent einbrechen. Aus Mangel an Devisen kann das erdölreichste Land der Welt kaum noch Lebensmittel, Medikamente oder Dinge des täglichen Bedarfs einführen.

Nach Angaben der Vereinten Nationen haben bereits mindestens 2,3 Millionen Menschen das Land verlassen. Die venezolanische Opposition geht sogar von bis zu vier Millionen Flüchtlingen aus. Das wären über zehn Prozent der Gesamtbevölkerung. Oft legen die Migranten Hunderte von Kilometern zur Fuß zurück, schlafen im Freien und haben auf ihrem Weg nicht genug zu essen und zu trinken.

Allein das Nachbarland Kolumbien hat bereits über 935.000 Venezolaner aufgenommen. "Wir sind nicht in der Lage, mit dieser Migration alleine fertig zu werden", sagte der kolumbianische Außenminister Carlos Holmes Trujillo im Radiosender RCN.

Die Regierung in Bogotá hat darum gebeten, einen UN-Sondergesandten zu bestellen und einen internationalen Hilfsfonds aufzulegen. Am Mittwoch berät auch die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) über die Flüchtlingskrise in der Region.

Die venezolanische Regierung nahm nicht an dem Treffen in Quito teil. Informationsminister Jorge Rodríguez sagte in Caracas, seine ausgewanderten Landsleute würden im Ausland häufig diskriminiert: "Sie stecken sie in Lager und machen Fotos von ihnen für die Akten."

Seine Schwester und Vizepräsidentin Delcy Rodríguez erklärte: "Die angebliche humanitäre Krise in Venezuela ist nur eine Erfindung, um eine Intervention zu rechtfertigen."

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