MüNCHEN MÜNCHEN/DPA - Nach der VW-Affäre wird auch der Chiphersteller Infineon von einem Korruptionsskandal erschüttert. Der für die Speicherchip-Sparte zuständige Vorstand Andreas von Zitzewitz trat am Sonnabend angesichts laufender Ermittlungen zurück. Am Tag zuvor wurden in einer Großrazzia die Infineon-Zentrale und Büros und Privathäuser in Deutschland und der Schweiz durchsucht. Von Zitzewitz wird vorgeworfen, gegen Zahlung sechsstelliger Bestechungsgelder Sponsoring-Verträge im Motorsport-Bereich vermittelt zu haben. Der 45-jährige Manager, der einst am Abgang von Infineon-Chef Ulrich Schumacher beteiligt war, galt als Favorit für den Vorstandsvorsitz bei einem möglichen Börsengang der Speicherchipsparte des Konzerns.

Von Zitzewitz, dem früheren Infineon-Manager Harald Eggers, der nun das Schweizer Technologieunternehmen Unaxis leitet, sowie dem Betreiber der Schweizer Sponsoring-Agentur BF Consulting Udo Schneider werden Untreue, Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung vorgeworfen, wie die Münchner Staatsanwaltschaft mitteilte. Der 2004 bei Infineon ausgeschiedene Eggers werde ebenfalls verdächtigt, Verträge gegen Zahlungen eingefädelt haben. Auslöser für die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft war eine Äußerung Schneiders vor dem Münchner Landgericht während der Verhandlung eines Rechtsstreits zwischen Schneiders Firma BF Consulting und Infineon. Dabei erwähnte er Zahlungen von 300 000 Euro an von Zitzewitz. Auf Grund dieser Bemerkung begann die Staatsanwaltschaft erste Ermittlungen. An der Großrazzia waren etwa 100 Staatsanwälte, Polizeibeamte und Steuerfahnder beteiligt. Auch Ex-Infineon-Chef Schumacher sei am Freitag von den Ermittlern aufgesucht worden, heißt es.

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