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Kabul Radikalislamische Taliban haben die Stadt Kundus im Norden Afghanistans vollständig erobert. Der Sprecher des Innenministeriums, Sedik Sedikki, sagte der Nachrichtenagentur AP am Montag, der einstige Bundeswehrstandort sei in die Hände der Aufständischen gefallen. Damit gelang den Taliban die größte Einnahme eines Stadtgebiets seit der US-geführten Invasion 2001. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen berichtete, sie habe mehr als 100 Verletzte versorgt. Über Tote gab es zunächst keine Angaben.

Die Eroberung markiert einen großen Rückschlag für die afghanischen Sicherheitskräfte und die Regierung von Präsident Aschraf Ghani. Seit Abzug der Nato-Schutztruppen Ende 2014 sind das Militär, die Polizei und andere Sicherheitskräfte im Kampf gegen die Taliban auf sich gestellt. Diese kämpfen seither umso heftiger um die Macht. Auch Kundus, das die Bundeswehr im Oktober 2013 in die Verantwortung einheimischer Soldaten übergab, haben sie seit April bereits mehrfach angegriffen.

Hunderte der radikalislamischen Extremisten hätten am frühen Montagmorgen Kundus aus mehreren Richtungen gleichzeitig angegriffen und dabei das Gerichtsgebäude, ein Krankenhaus und Regierungsgebäude überfallen, hatte die Polizei zuvor mitgeteilt. Den ganzen Tag über lieferten sie sich Gefechte mit Sicherheitskräften. Die strategisch wichtige Stadt liegt in der Kornkammer Afghanistans. Die Region war jahrelang vom blutigen Machtkampf weitgehend ausgespart geblieben.

Augenzeuge Hussain Daudi sagte, den Bewohnern sei nach der ersten Angriffswelle am Morgen gesagt worden, die Schlacht sei vorbei. Aber „alles hat sich heute Nachmittag verändert, und Taliban-Kämpfer haben die Kontrolle über verschiedene Teile der Stadt übernommen“, sagte Daudi, bevor später die vollständige Einnahme erfolgte. Mohammed Jusuf Ajubi, Chef des Provinzrats von Kundus, sagte, die Bewohner seien sehr besorgt.

Frühere Angriffe der Islamisten hatten die Regierungskräfte in Kundus zurückgeschlagen, wenn auch unter schweren Verlusten. Inzwischen haben sich die Taliban offenbar in Nordafghanistan mit regionalen Rebellengruppen zusammen getan, darunter die Gruppe Islamische Bewegung Usbekistans.

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