London/Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump reist vom 3. bis 5. Juni zum Staatsbesuch nach London. Der amerikanische Präsident und First Lady Melania nahmen eine Einladung der Queen an, wie der Palast in London und das Weiße Haus in Washington mitteilten.

Die Königin entspricht damit dem Wunsch der britischen Regierung. Der Trump-Besuch ist jedoch höchst umstritten. Es wird mit massiven Protesten gerechnet.

Premierministerin Theresa May hatte die Einladung an Trump bereits kurz nach seinem Amtsantritt im Jahr 2017 ausgesprochen. Sie stieß damit in ihrem Land auf Empörung. Eine Staatsbesuch wird anders als ein normaler Arbeitsbesuch mit dem ganzen Pomp des Königshauses zelebriert und gilt als besondere Ehrung. Vor Trump wurde sie nur zwei US-Präsidenten zuteil: George W. Bush und Barack Obama. Zu einem Staatsbesuch gehört unter anderem die Fahrt in einer vergoldeten Kutsche über die Prachtstraße "The Mall" in London und ein Staatsbankett im Buckingham-Palast.

"Der Staatsbesuch ist eine Gelegenheit, unsere bereits enge Beziehung in Bereichen wie Handel, Investitionen, Sicherheit und Verteidigung zu stärken", sagte May einer Mitteilung zufolge. London hofft vor allem auf ein lukratives Handelsabkommen mit Washington nach dem geplanten EU-Austritt.

Parlamentspräsident John Bercow hatte einst angekündigt, den US-Präsidenten nicht wie gewöhnlich für eine Rede im Palace of Westminster zu empfangen. Indirekt warf er Trump Rassismus und Sexismus vor. Am Dienstag sagte er, eine solche Anfrage, wenn es sie gäbe, werde nach den üblichen Kriterien geprüft.

Der Staatsbesuch hätte längst stattfinden sollen. Doch London ließ sich mit einem Termin wohl mit Blick auf die erwarteten Proteste Zeit. Einen Vorgeschmack gab es im Juli 2018, als Trump zu einem mehrtägigen Arbeitsbesuch nach Großbritannien kam. Er war in der Botschafterresidenz in London untergebracht, nahm aber nur Termine außerhalb der Hauptstadt wahr und reiste per Hubschrauber. Auf dem Programm stand auch ein Treffen mit der Queen auf Schloss Windsor.

Trump düpierte bei dem Besuch damals die Premierministerin mit einem Interview der Boulevardzeitung "Sun", das kurz nach einem festlichen Gala-Dinner auf Blenheim-Palace, dem Geburtsort Churchills, veröffentlicht wurde. Er warf May vor, seine Ratschläge bezüglich des EU-Austritts ignoriert zu haben. Lob hatte Trump dagegen für Mays Dauerrivalen Boris Johnson im Gepäck, der nur wenige Tage zuvor aus Protest gegen Mays Brexit-Kurs von seinem Amt als Außenminister zurückgetreten war.

Aus dem Weißen Haus hieß es am Dienstag, Trump werde neben seinem Treffen mit der Queen auch zu bilateralen Gesprächen mit May zusammenkommen. Während ihres Großbritannien-Besuches wollten der Präsident und seine Frau Melania außerdem in Portsmouth im Süden Englands an Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag des sogenannten D-Days teilnehmen. Die Hauptgedenkveranstaltung zu dem Jahrestag ist am 6. Juni in Frankreich geplant. Dorthin wollen Trump und die First Lady von Großbritannien aus weiterreisen.

Der Event in Portsmouth soll einer Mitteilung des britischen Regierungssitzes zufolge "eines der größten britischen Militärspektakel der jüngeren Geschichte" werden - "mit dem Überflug von 26 legendären Flugzeugen der Royal Airforce und mindestens elf Schiffen der Royal Navy auf dem Fluss Solent". Auch Deutschland sei eingeladen.

Am 6. Juni 1944 waren alliierte Truppen im Zweiten Weltkrieg im von Deutschland besetzten Frankreich gelandet. Die größte Landungsoperation der Militärgeschichte hatte entscheidende Bedeutung für den weiteren Verlauf des Zweiten Weltkrieges.

Zum 75. Jubiläum der alliierten Landung ist am 6. Juni in der Normandie eine große Gedenkveranstaltung mit Staats- und Regierungschefs geplant, an der auch der US-Präsident teilnehmen will. Bei Trumps Besuch in Frankreich ist laut Weißem Haus außerdem ein bilaterales Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron geplant.

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