Laut Drk Droht Engpass
Zahl der Blutspender dramatisch gesunken

Im Sommer haben die Blutspende-Dienste meist ohnehin Probleme, weil weniger Spender zur Verfügung stehen. Die Hitzewelle hält weitere Spender ab. Das kann zu einem großen Problem werden.

Bild: Christian Charisius/dpa
Die Zahl der Blutkonserven schrumpft zurzeit.Bild: Christian Charisius/dpa
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Springe Die extreme Hitze der vergangenen Tage hat offensichtlich viele Blutspender abgeschreckt. Die Zahl der Spenden ist nach Angaben des für die Bundesländer Niedersachsen, Bremen, Thüringen und Sachsen-Anhalt zuständigen DRK-Blutspendedienstes in Springe jedenfalls dramatisch gesunken. Es drohe mittlerweile ein echter Engpass, sagte Sprecher Markus Baulke.

Alleine in Niedersachsen und Bremen fehlten dem DRK 400 bis 450 Spender pro Tag. Um alle Kliniken dauerhaft ausreichend zu versorgen, seien in beiden Bundesländern täglich zusammen etwa 2300 Blutspenden erforderlich. Zuletzt seien es weniger als 1900 gewesen, sagte Baulke. In Thüringen und Sachsen-Anhalt sehe es ähnlich aus. „Derzeit leben wir sozusagen von der Hand in den Mund.“

Ähnlich ist es an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), die einen eigenen Blutspendedienst hat. „Die Blutkonserven an der UMG sind knapp. Wir kaufen Blutspendeprodukte zu“, sagte Sprecher Stefan Weller. „Zurzeit liegen wir bei den Blutspenden etwa 20 Prozent unter dem üblichen Spende-Durchschnitt.“ Für die UMG bedeute dies: „Kein Notstand, aber aktuell Blutkonserven-Knappheit.“

Weil Blutspenden größtenteils nur vier Tage haltbar seien, könne man in kühlen Perioden keine allzu großen Bestände auf Vorrat anlegen, sagte DRK-Sprecher Baulke. Der Spendedienst sei deshalb auf regelmäßige Spenden zu jeder Jahreszeit angewiesen.

Auch bei Hitze gebe es im übrigen kein nennenswert erhöhtes gesundheitliches Risiko für Blutspender, sagte Baulke. Man müsse allerdings noch deutlich mehr trinken als sonst. „Aber das haben wir alles da bei den Spende-Terminen. Wenn man ausreichend trinkt, ist die Blutspende medizinisch kein Problem.“

Das DRK verzeichnete im vergangenen Jahr in Niedersachsen und Bremen zusammen rund 296.000 Blutspender. Diese hatten im Durchschnitt 1,84 Blutspenden abgegeben.

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