Jürgen Hardt (CDU, 57) ist außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Frage: Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny ist nach dem Giftanschlag auf ihn wieder auf den Beinen und erhebt schwere Vorwürfe gegen Gerhard Schröder. Der Altbundeskanzler sei „ein Laufbursche Putins, der Mörder beschützt“. Wie bewerten Sie das?

Hardt: Der ehemalige Bundeskanzler Schröder muss sich ernsthaft mit dem Vorwurf auseinandersetzen, dass er der deutschen Außenpolitik an der Seite Putins erheblich schadet. Das ist mit den fortwirkenden moralischen Amtspflichten eines Bundeskanzlers nicht vereinbar. Schröder ist zu sehr mit dem Regime Putin verbandelt. Er ist daher nicht mehr zu einer objektiven Beurteilung von Fragen, die Russland betreffen, in der Lage. Er sollte sich aus seinen Ämtern von Putins Gnaden zurückziehen.

Frage: Schröder hat Zweifel daran geäußert, dass Nawalny in Russland vergiftet worden ist…

Hardt: Dass Schröder einseitig die Kreml-Argumentation im Fall Nawalny übernimmt, ist peinlich. Er sollte sich jetzt entschuldigen. Aber das ist wohl nicht von ihm zu erwarten. Da herrscht eine zu große wirtschaftliche und persönliche Nähe zu Präsident Putin. Diese ist für einen ehemaligen deutschen Bundeskanzler nicht hinnehmbar.

Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
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