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CDU-Parteitag
Merz und Laschet in Stichwahl um CDU-Vorsitz

Am 13. Dezember 1981 traf im Bremer Hauptbahnhof ein Zug mit einer Delegation von Solidarnosc-Mitgliedern aus Danzig ein. Eingeladen von der Arbeitskammer der Hansestadt. Gerade angekommen, erfuhren die sieben Arbeiter der Lenin-Werft jedoch, dass in Polen nur Stunden zuvor das Kriegsrecht verhängt worden war. Soldaten kontrollierten dort mit Panzern die Straßen, rund 3000 Frauen und Männer wurden verhaftet, die Gewerkschaft Solidarnosc verboten.

Die meisten aus der Delegation entschieden sich, in Danzigs Partnerstadt Bremen zu bleiben. Sie eröffneten ein „Informations- und Koordinationsbüro“ als Unterstützung für ihre Gewerkschaft. Es war das erste Auslandsbüro von Solidarnosc und existierte nur zwei Jahre. Anschaulich beschreibt die Arbeit der Osteuropa-Historiker Rüdiger Ritter in seinem neuen Buch „Solidarität mit Schwierigkeiten“.

Erst waren die Büromitglieder sehr aktiv, unterstützt in Bremen von Senat, Bürgerschaft, dem DGB sowie weiteren Organisationen und Privatleuten. Doch dann gerieten sie, wie es im Klappentext heißt, „in die Mühlen der deutsch-polnischen Missverständnisse“: auf der einen Seite gläubige katholische Freiheitskämpfer – auf der anderen Seite erfahrene deutsche Partei- und Gewerkschaftsfunktionäre, viele eher kirchenfern.

Sie fanden nicht recht zueinander. Es kamen sogar Gerüchte auf, bei den Mitgliedern handele es sich um getarnte Agenten des polnischen Geheimdienstes.

Zunächst verhielten sich beide Kirchen zurückhaltend in Bezug zur Solidarnosc. Das lag vor allem an widersprüchlichen Informationen über die Gewerkschaft. Später kümmerte sich Propst Klaus Plate von der katholischen Bremer Gemeinde Sankt Johann intensiv um die polnischen Gewerkschafter, denen es Ende 1981 auch wegen ihrer ungewissen Zukunft nicht gut ging.

Es ist ein Verdienst Ritters, dass dieser bisher wenig beachtete Teil der deutsch-polnischen Beziehungen nicht in Vergessenheit gerät.

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