Berlin Rätselraten und Nervosität bei der SPD: Die engere Parteiführung will von ihrem Vorsitzenden Sigmar Gabriel erfahren, ob er bei der Bundestagswahl als Kanzlerkandidat ins Rennen geht. Am frühen Dienstagabend sollte dazu ein vertrauliches Spitzengespräch in der Berliner Parteizentrale stattfinden.

Dass der 57 Jahre alte Vizekanzler und Wirtschaftsminister Gabriel antritt, ist die überwiegende Erwartung in der SPD. Es gibt aber Stimmen, die auch einen Verzicht Gabriels unverändert für möglich halten. Ob eine Entscheidung in der K-Frage bereits am Dienstag öffentlich wird, galt als offen. Offiziell wollen die Sozialdemokraten an diesem Sonntag den Herausforderer von CDU-Kanzlerin Angela Merkel präsentieren.

Aus SPD-Kreisen hieß es, bei dem Treffen (Beginn 17 Uhr) solle auch über die Besetzung und den Zeitplan der Steinmeier-Nachfolge im Außenministerium geredet werden. Dafür gilt der bisherige EU-Parlamentspräsident Martin Schulz als gesetzt. Frank-Walter Steinmeier soll am 12. Februar zum Bundespräsidenten gewählt werden.

An der Spitzenrunde sollten neben Gabriel, Schulz und Hamburgs Regierungschef Olaf Scholz auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Fraktionschef Thomas Oppermann und Generalsekretärin Katarina Barley teilnehmen. Danach sollte um 18 Uhr das Präsidium zusammenkommen.

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Bereits am Montag hatte die Parteispitze die Vorstandsklausur am Wochenende vorbereitet. Gabriel hat als Parteichef in der K-Frage den ersten Zugriff. Seit langem gibt es in der SPD Vorbehalte gegen ihn. Besonders groß ist die Sorge, dass es dem Vorsitzenden aufgrund seiner schlechten Beliebtheitswerte nicht gelingen könnte, die SPD bis zur Wahl aus dem Umfragetief herauszuholen. Derzeit liegen die Genossen bei 21 Prozent und damit weit hinter der Union, die auf bis zu 38 Prozent kommt.

Wenn der bisherige EU-Parlamentspräsident Schulz, der bei den Bürgern deutlich beliebter ist, wie erwartet Außenminister wird, dürfte es ihm aber schwer fallen, nebenbei die SPD in den Wahlkampf zu führen. Auch denkbar wäre, dass Gabriel als große Überraschung den früheren Bundesarbeitsminister Scholz vorschlägt - für diesen dürfte die Spitzenkandidatur aber nur zusammen mit dem Parteivorsitz interessant sein.

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