In seinen knallrot gestrichenen Doppel- und Dreideckern hat Manfred v. Richthofen rund 80 Flugzeuge vom Himmel geholt. In der Heimat feiern sie ihn dafür als „Roten Baron“, die Gegner fürchten und respektieren den „Roten Teufel“. Bereits zu Lebzeiten wird er zur ritterlichen Heldenfigur stilisiert.

Der Historiker Joachim Castan, Autor einer umfassenden Biografie von Richthofen, zweifelt am Mythos vom edlen Ritter der Lüfte. Was genau in der Luft damals geschah, sei ungewiss. An anderer Stelle habe der Baron aber auch auf kampfunfähige Gegner „draufgehalten“.

Castans Credo: Richthofen sei vor allem Jäger gewesen. Er sammelte Trophäen und strebte nach Ruhm. Die Luftduelle sah der junge Deutsche als Wettkampf. Bereits in seiner Jugend zählt für den 1892 in Breslau geborenen Richthofen vor allem die Jagd. Andere Leidenschaften sind ihm fremd. Frauen spielen in seinem Leben keine Rolle – trotz vieler Bewunderinnen.

Das Luftwaffengeschwader 71 der Bundeswehr im ostfriesischen Wittmund ist nach Richthofen benannt. In Wittmund ist man stolz auf den Kampfflieger. Dort wird ein rotes „R“ auf die Flugzeuge lackiert. Er sei Identifikationsfigur für die Soldaten und stehe für soldatische Werte wie Kameradschaft und Pflichtbewusstsein, sagt Kommodore Kai Ohlemacher. Zudem habe er mit seinen Taktiken die Grundlagen der militärischen Luftfahrt gelegt, von denen man heute noch profitiere.

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Die Bundeswehr ringt besonders seit dem Skandal um den rechtsextremen Soldaten Franco A. mit ihrem historischen Erbe, vor allem mit der NS-Zeit. Aber Richthofen ist für die Soldaten in Wittmund dennoch Vorbild. Das sei im Einklang mit dem neuen Traditionserlass. Am 100. Todestag wird er in Wittmund mit einer Serenade geehrt.

Im Sommer 1917 trägt Richthofen in einem Luftkampf eine Schusswunde in der Stirn davon. Die Kugel lähmt ihn und macht ihn blind – allerdings nur für einige Momente. Es gelingt ihm, seine Maschine zu landen. Gegen den Rat der Ärzte ist er schon nach kurzer Zeit wieder in der Luft. Am 21. April 1918 wird der erst 25-Jährige über Nordfrankreich abgeschossen – wohl vom Boden aus. Die genauen Umstände seines Todes sind – passend zum Mythos – bis heute ungeklärt.

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