BERLIN Eine Exkursion der besonderen Art sorgt derzeit in Berlin für Gesprächsstoff. Am Montag veröffentlichte das Magazin „Spiegel“ Pläne einer Gruppe von Umweltpolitikern des Bundestages, vom 16. bis 25. Februar nach Kenia und Tansania zu reisen. Auf den Spuren des legendären Frankfurter Tierfilmers Bernhard Grzimek wollten die Abgeordneten unter Leitung der Vorsitzenden des Umweltausschusses, Petra Bierwirth (SPD), die Serengeti besuchen. Mit ihr wollen die Bundestagsmitglieder Angelika Brunkhorst (FDP), Cajus Julius Caesar (CDU), Lutz Heilmann (Linke), Christian Hirte (CDU), Sylvia Kotting-Uhl (Grüne) und Detlef Müller (SPD) reisen.

„Wenn ein Löwe im rötlichen Morgenlicht aus dem Gebüsch tritt und dröhnend brüllt, dann wird auch Menschen in 50 Jahren noch das Herz weit werden“, schrieb Grzimek 1959 in seinem Bestseller „Serengeti darf nicht sterben“. Heute, in der Tat 50 Jahre später, klingeln den sieben Abgeordneten die Ohren – allerdings nicht wegen des Löwengebrülls, sondern wegen der Reaktionen auf ihren vorläufigen Reiseplan. Der Verdacht der Steuergeldverschwendung steht im Raum.

Der vorläufige Ablaufplan, der von Mitte Januar datieren soll, sieht zwar eine mehrstündige Stippvisite bei der mehrtägigen Konferenz des UN-Umweltprogramms (Unep) in Nairobi vor, doch mehr Wert wird auf Exkursionen in den Nationalpark Nairobi, zum Mount Kenya, zum Victoriasee und zum Naturreservat Masai Mara gelegt. Am 21. Februar soll dann die dreitägige Tour in die Serengeti und zum nahe gelegenen Ngorongoro-Krater beginnen.

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Ein Sprecher des Bundestages beeilte sich am Montag auf Nachfrage dieser Zeitung zu erklären, dass es sich beim Reiseplan lediglich um einen ersten Entwurf handele. Dieser sei wohl im Sekretariat des Umweltausschusses erarbeitet worden. Aktuell sei man noch dabei, den Reiseplan zu überarbeiten. Man müsse um Verständnis dafür bitten, dass Gespräche mit politischen Repräsentanten des Gastlandes aus Termingründen erst kurzfristig eingepflegt werden könnten. Im Übrigen sei die Reise vom Bundestagspräsidium bereits genehmigt. Der endgültige Reiseplan mit der Liste der Reiseteilnehmer werde erst am Freitag feststehen und dann unverzüglich bekanntgegeben.

Petra Bierwirth, die die Parlamentarier-Delegation anführen soll, lehnte am Montag jede Stellungnahme ab. Auch das Büro der Wildeshauser Abgeordneten Angelika Brunkhorst wollte auf die Veröffentlichung der Reiseroute nicht reagieren und verwies auf die Pressestelle des Bundestages. Es bleibt nun abzuwarten, mit welchen politischen Terminen das touristische Programm noch angereichert wird.

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