+++ Eilmeldung +++
Aktualisiert vor 2 Minuten.

Grenzwert von 35 überschritten
Maskenpflicht in Oldenburger Innenstadt ab Dienstag

Pjöngjang Jung und selbstbewusst, freundlich lächelnd und ruhig: So wirkte Kim Yo Jong in Südkorea, als sie Anfang 2018 als Mitglied einer offiziellen Delegation aus Nordkorea zu den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang im Süden der koreanischen Halbinsel eintraf. Erstmals besuchte damals ein direktes Mitglied der Herrscherfamilie des abgeschotteten Nachbarlandes Südkorea. Kim, deren Alter in Südkorea auf 32 geschätzt wird, galt da schon seit einigen Jahren als einflussreiche Beraterin ihres um wenige Jahre älteren Bruders – des nordkoreanische Machthabers Kim Jong Un.

Familie ist wichtig

Dass die Schwester in der Machthierarchie immer weiter aufstieg, während ihre Bruder seinen Status festigte, scheint in Südkorea aus heutiger Sicht eher als selbstverständlich. Oft blieb sie zwar nur im Hintergrund, wenn sie an der Seite des Bruders auftrat. Weil aber die familiäre Blutlinie in Nordkorea wichtiger als alles andere ist, hatte wohl schon so früh niemand anders eine derart wichtige Stellung in Pjöngjang neben dem Diktator wie die Schwester.

Als stellvertretende Leiterin der Propagandaabteilung der Arbeiterpartei im stalinistischen Staat ist sie nicht nur für das Image ihres Bruders zuständig. Seit seiner Machtübernahme Ende 2011 „managte sie seine öffentlichen Auftritte, Reiserouten und logistischen Anforderungen“, wie die Experten des „North Korean Leadership Watch“ schreiben.

De facto Nummer zwei

Heute gelangt der südkoreanische Geheimdienst zu der Einschätzung, dass Kim Yo Jong mittlerweile die „De-facto-Führerin Nummer zwei“ in Nordkorea sei. Am Donnerstag berichtete der Abwehrdienst vor einem Parlamentsausschuss in Seoul, Kim Jong Un habe einen Teil seiner Machtbefugnisse an Vertraute inklusive seiner Schwester delegiert und die Verantwortung für die Staatsgeschäfte auf verschiedene Schultern verteilt. Die Schwester sei nun für die Politik Pjöngjangs gegenüber Südkorea und den USA verantwortlich.

Der Geheimdienst betonte aber, Kim habe damit nicht seine absolute Autorität abgetreten. Wie die Organisation genau zu diesen Erkenntnissen gelangte, war unklar. Was hinter den Kulissen in Pjöngjang passiert, bleibt gewöhnlich im Dunkeln und lässt sich von außen nicht überprüfen.

Als Kim Jong Un im April dieses Jahres mal wieder ohne Erklärung für ein paar Wochen von der Bildfläche verschwunden war, schossen die Spekulationen im Ausland um seine Gesundheit wild ins Kraut. Im Mittelpunkt: Kim Yo Jong. Nicht ausgeschlossen wurde, dass die Schwester für die Nachfolge bereitstehe. Für wahrscheinlicher hielten es einige Experten jedoch, dass für den Fall des Todes von Kim Jong Un zunächst eine kollektive Führungsgruppe die Macht übernehmen könnte.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.