Oldenburg /Bremen /Westerstede /Zetel /Vechta In Niedersachsen haben am Freitagmorgen die ersten Demonstrationen von „Fridays for Future“ für mehr Klimaschutz begonnen. In Vechta zogen nach Angaben der Polizei bereits um 9 Uhr rund 100 Jugendliche mit umweltpolitischen Forderungen durch die Straßen. Auch in Burgdorf bei Hannover versammelten sich Schülerinnen und Schüler zu einem Demonstrationszug. In Oldenburg ist eine Demonstration für 11 Uhr angekündigt.

Allein in Niedersachsen und Bremen sind für diesen Freitag rund 60 Demonstrationen für mehr Klimaschutz geplant zu denen mehrere Tausend Menschen erwartet werden.

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Demonstrationen auch in kleineren Städten

In Bremen, Norderney, Bad Zwischenahn, Rastede, Westerstede, Zetel und Verden trafen sich die Demonstrantinnen und Demonstranten um 10 Uhr. In Hannover beginnt die Kundgebung um 14.30 Uhr auf dem Opernplatz. Neben den großen Städten wollen die Aktivisten auch an an vielen kleineren Orten wie Alfeld, Einbeck, Melle, Peine, Uslar oder Winsen/Luhe auf die Straße gehen. Sogar auf den auf den Nordsee-Inseln Spiekeroog und Wangerooge soll im Laufe des Tages für das Klima demonstriert werden. Die Aktionen sind Teil eines globalen Klimastreiks unter dem Motto „Another world is possible - eine bessere Welt ist möglich!“

Bundesweit mehr als 470 Aktionen

Bundesweit sind es nach Angaben der Organisatoren mehr als 470. Aufgerufen haben die Bewegung „Fridays for Future“ und weitere Organisationen. Zwei Tage vor der Bundestagswahl fordern sie konkrete politische Schritte, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Dazu müsse die nächste Bundesregierung spätestens 2030 aus der Kohleverstromung aussteigen.

Luisa Neubauer: Klimaschutz muss radikaler sein

„Friday for Future“-Aktivistin Luisa Neubauer forderte von der kommenden Bundesregierung einen Klimaschutz, der radikaler sein müsse „als jemals zuvor angedacht“. Derweil äußerte sich der Deutsche Lehrerverband kritisch über die Teilnahme von Schülerinnen und Schülern an den Protesten.

Neubauer sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag): „Man wird nach der Wahl versuchen Ausreden zu suchen, warum man konsequenten Klimaschutz doch nicht umsetzen kann.“ Dabei wisse man längst, dass breite Mehrheiten hinter dem Klimaschutz stünden: „Die Politik ignoriert die wissenschaftlichen Warnungen auch im Jahr 2021, aber uns auf der Straße kann sie nicht ignorieren.“

Klimastreik soll kurz vor der Bundestagswahl Druck auf Parteien erhöhen

Die Aktivistinnen und Aktivisten wollen mit dem Klimastreik kurz vor der Bundestagswahl den Druck auf die Parteien erhöhen, die Klimakrise ernst zu nehmen.

In Berlin wird Greta Thunberg erwartet

In Berlin sind nach Angaben der Polizei 20.000 Menschen für eine Demonstration im Regierungsviertel angemeldet. Erwartet wird auch die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg.

Der Deutsche Lehrerverband warnte davor, die Schulpflicht zugunsten politischer Aktionen wie dem Klimastreik aufzuheben. Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger begründete dies im „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (Freitag) mit einer Gefährdung der politischen Neutralität des Staates, der für den Schulbetrieb verantwortlich sei.

Es stelle sich ansonsten die Frage, für welche politischen Aktionen man schulfrei bekommen würde und für welche nicht, erklärte Meidinger. „Die Schule darf nicht zwischen ‘guten’ erlaubten und ’schlechten’ unerlaubten Aktionen unterscheiden.“

Meidinger verwies darauf, dass auch in der Schule Zeichen gegen den Klimawandel gesetzt werden könnten - „ohne dafür den Unterricht zu schwänzen“. Als Beispiel nannte er Engagement von Kindern und Jugendlichen in schulischen Arbeitsgruppen, Aktionen im Unterricht und Schuldebatten.

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