BERLIN Selbst im Knast prügeln Yilmaz und Hussein weiter. Auch hinter Gittern haben sie Handys und Cannabis – aber null Mitleid mit ihren Opfern. Zur Schule gingen die jungen Kriminellen nur gelegentlich.

Es sind keine Einzelfälle, die die bundesweit bekannte Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig in ihrem Buch „Das Ende der Geduld“ beschreibt. Rund drei Wochen nach dem Tod der 48-Jährigen, die sich das Leben nahm, ist jetzt ihr harter Alltagsbericht über den Kampf gegen Jugendkriminalität erschienen. Das Buch der Berliner Jugendrichterin ist Verlagsangaben zufolge gleich am ersten Tag ausverkauft worden. Die Startauflage von 40 000 Exemplaren sei am Montag bereits vergriffen gewesen, so Herder-Sprecherin Christine Weis.

Immer brutalere Attacken von Jugendlichen ohne jegliche Hemmschwelle seien ein Problem in vielen Großstädten, schrieb Heisig. Als Richterin war sie für den Berliner Problemkiez Neukölln mit einem großen Ausländeranteil und hoher Arbeitslosigkeit zuständig. Heisig initiierte das Neuköllner Modell, nach dem junge Kriminelle in beschleunigten Prozessen verurteilt und zur Vernunft gebracht werden sollen. Es war ihre Mission. Heisig glaubte an Auswege, Besserung und Zusammenarbeit.

Die Gründe für ihren Suizid sollen im persönlichen Bereich liegen.

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