Wilhelmshaven „Es war ein langes Stück Wegstrecke. Nun sind wir endlich am Ziel“, sagte kurz zuvor Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bei der Indienststellung. „Unsere Marine braucht diese Dickschiffe dringend!“ Deren Fähigkeiten seien bei internationalen Einsätzen ebenso gefragt wie bei der Landes- und Bündnisverteidigung, die wieder verstärkt werden müsse.

Beim feierlichen Zeremoniell im Wilhelmshavener Marinestützpunkt sorgten die angetretenen Besatzungen, das Marinemusikkorps Kiel und Soldaten des Wachbataillons zahlreichen zum Teil hochrangigen Gästen für den würdigen Rahmen. „Unsere Soldatinnen und Soldaten brauchen einen starken Rückhalt in der Bevölkerung – so wie hier in Wilhelmshaven“, so die Verteidigungsministerin. Genauso wie gelebte Patenschaften. Und so war denn Taufpatin Gerlinde Kretschmann, Ehefrau von Ministerpräsident Winfried Kretschmann, auch aus dem Patenland zur Indienststellung nach Wilhelmshaven gereist.

Die Fregatte 125 im Vergleich. (Grafik (Pinzke)

Der Fahrmannschaften, also ersten Besatzung dieser neuen Fregattenklasse sprach von der Leyen ein großes Lob aus. Ganz viel Erleichterung schwang denn auch in den ersten Worten von Kommandant Markus Venker mit: „Es ist geschafft!“ Er bot in seiner Rede einen Rückblick auf die Zeit als Kommandant der ersten Fahrmannschaft für die neue Fregattenklasse F 125. Er sprach von Soldaten, die „bis in die Haarspitzen motiviert“ sind. „Wir alle sind überzeugt von diesen Schiffen und dem Mehrbesatzungskonzept, die von einer ausgezeichneten Zusammenarbeit aller Besatzungen getragen und gelebt werde. „Und wir sind begeistert von der hervorragenden Manövrierfähigkeit des Schiffes “, so der Kommandant „Alpha“. Dennoch verschwieg Venker nicht, dass immer wieder Rückschläge die Flexibilität der Besatzungen auf eine Probe gestellt hätten: „Planungen kamen und gingen ...“, „Mit der Indienststellung der ,Baden-Württemberg‘ sind wir nun in der Lage, auch die Systemkomponenten jenseits der Plattform ,in Fahrt zu bringen‘ und mit der Einsatzausbildung der Besatzungen zu beginnen“, sagte Kapitän zur See Dirk Jacobus, Kommandeur des 4.

Ein Blick auf die neue Fregatte „Baden-Württemberg“ am Marinestützpunkt Wilhelmshaven. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Was noch aussteht, ist die Umsetzung der dringend notwendigen Ausbildungskapazität an Land, um die nicht an Bord befindlichen Besatzungen zu trainieren. Auch hier ist es zu jahrelangen Verzögerungen gekommen, wie zuletzt der Bundesrechnungshof in einem Papier kritisierte. Ohne ein Einsatzausbildungszentrum aber ist das Mehrbesatzungskonzept mit der geplanten Rotation von acht Crews über die vier Schiffe nicht wie geplant umzusetzen.

Die vier Einheiten der Klasse F 125 wurden von der ARGE F125 unter Federführung von Thyssenkrupp Marine Systems und der Friedrich Lürssen Werft gebaut. Nicht zuletzt wegen der hohen Komplexität und damit verbundenen Herausforderungen wurde die „Baden-Württemberg“ rund drei Jahre nach dem vertraglich vereinbarten Termin abgeliefert. Sie war vor acht Jahren auf Kiel gelegt worden.

Das zweite Schiff, die „Nordrhein-Westfallen“, soll noch in diesem Jahr in Dienst gestellt werden. Die Ministerin hofft, dass das Quartett 2020 vollständig wird. Im Hintergrund lag schon einmal wie zur Bestätigung die „Rheinland-Pfalz“. Sie hat das erste Mal in ihrem künftigen Heimathafen festgemacht.

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