Wildeshausen Landrat Carsten Harings hat sich am Montag zufrieden über die geringe Zahl an Corona-Neuinfektionen im Wildeshauser Putenschlachtbetrieb Geestland geäußert. „Ich bin froh, dass es unter den gut 1100 Beschäftigen nur drei neue Infektionen gibt“, sagte der Landrat des Kreises Oldenburg. Er lobte die Disziplin der vor zwei Wochen in Quarantäne geschickten Arbeitnehmer. Sie waren am vergangenen Freitag erneut getestet worden.

Grund für die Quarantäne war, dass am 20. Juni von 50 auf das Coronavirus Covid-19 getesteten Beschäftigten 23 positiv waren. Daraufhin ließ die Kreisbehörde alle 1183 Mitarbeiter testen. Das Ergebnis: 45 infizierte Personen. Sie wohnen im Landkreis Oldenburg und in benachbarten Kreisen und kreisfreien Städten. Mit Blick auf die Zustände im Tönnies-Schlachthof mit 1553 positiven Corona-Befunden in Rheda-Wiedenbrück folgten die Schließung der Putenschlachterei sowie eine 14-tägige Quarantäne für alle Mitarbeiter und deren Bewohner im gleichen Haushalt.

Am vergangenen Wochenende hatte Geestland den Betrieb wieder hochfahren dürfen. Alle am Freitag negativ Getesteten dürfen wieder arbeiten. Seit Samstag wird wieder geschlachtet, teilte das Unternehmen mit. „Um die Gesundheit aller Beschäftigten bestmöglich zu schützen, wird Geestland täglich risikobasierte Tests vornehmen, um so immer einen aktuellen Status zu erhalten und bei Neuinfektionen schnell handeln zu können“, erklärte Geschäftsführer Norbert Deeken. Wie Landrat Harings mitteilte, erfolgen die Tests auf Empfehlung der Veterinäramtes. Die Kosten trage das Unternehmen. Im Übrigen würden auch die anderen drei Schlacht- und Zerlegebetriebe im Landkreis zweimal wöchentlich risikobasiert einen Teil der Beschäftigten auf das Coronavirus testen. Die Körpertemperatur werde täglich bei jedem Mitarbeiter gemessen, der das Betriebsgelände betrete.

Wie Geestland weiter mitteilte, sei das Lüftungskonzept überarbeitet worden, um die Luft so weit wie möglich keimfrei zu halten. Normalerweise schlachtet der Betrieb 40 000 Tiere pro Tag.

Der Landrat ist überzeugt, dass sich auf Grund der Corona-Pandemie die Praxis in den Schlachthöfen und deren Umfeld verändern wird. „Das ist auch dringend nötig“, sagte Harings mit Blick auf die Kreistagssitzung an diesem Dienstag, 14. Juli, in Wildeshausen. Der Kreistag will eine Resolution beschließen, die auf mehr Schutz für Werkvertragsarbeiter abzielt – sowohl was den Arbeitsschutz angeht als auch die Wohnverhältnisse. „Bund und Land müssen uns die Werkzeuge an die Hand geben, damit wir auf kommunaler Ebene auch entsprechend eingreifen können“, so der Landrat.

Der Bund will Werkverträge für Schlachthöfe abschaffen. Wie Geestland mitteilte, erarbeitet die PHW-Gruppe aus Rechterfeld, zu der auch Geestland gehört, in den kommenden Monaten ein Konzept, wie die Werkvertragsarbeiter in die Unternehmensgruppe integriert werden können. Im Juni hatte die PHW-Gruppe, zu der auch die Marke Wiesenhof gehört, erklärt, dass die Beschäftigen mit einem Werkvertrag in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen werden. Im Rahmen von Werkverträgen seien innerhalb der PHW-Gruppe rund 20 Prozent der Mitarbeiter über ein Werkvertragsunternehmen beschäftigt.

Wie der Landkreis mitteilte, hat es am Montag keine neuen Corona-Infektionen gegeben. Aktuell gibt es 25 Personen, die an Covid-19 erkrankt sind.

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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