Oldenburger Land Hunderte Flüchtlinge sind in den vergangenen Tagen in der Region angekommen. Aber viele wollen gar nicht bleiben. 108 Menschen haben am Freitag Wildeshausen erreicht. „97 Personen haben wir registriert. Am Montag waren allerdings nur noch 82 da“, berichtet Oliver Galeotti, Sprecher des Landkreises Oldenburg. Am Montag reisten noch mehr Ankömmlinge direkt weiter: Von 100 Flüchtlingen ließen sich 67 registrieren.

Noch höhere Zahlen Weiterreisender meldet der Landkreis Wesermarsch. Von 109 Flüchtlingen, die am Sonnabend in Nordenham angekommen waren, blieben nur 38. „Ein Teil der Gruppe hat über Dolmetscher gefragt, ob sie gehen können“, berichtet Landkreissprecher Matthias Sturm. Einige hätten zu Verwandten weiterreisen wollen, andere hätten skandinavische Länder als Ziel genannt.

Im Landkreis Friesland seien einige Flüchtlinge von Verwandten abgeholt worden, teilt Pressesprecherin Nicola Karmires mit. Von 114 Flüchtlingen, die am Sonnabend in Jever angekommen waren, waren am Dienstagmittag noch 88 vor Ort. 18 Flüchtlinge seien weitergereist, acht unbegleitete Minderjährige wurden in entsprechende Jugendunterkünfte gebracht.

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Im Landkreis Ammerland sei etwa ein Drittel der Flüchtlinge schnell weitergereist. „Die nehmen noch die Mahlzeit ein, die sie hier vor Ort bekommen, wenn sie ankommen, und dann reisen sie direkt weiter“, sagt Landrat Jörg Bensberg.

Rund 100 der 203 Flüchtlinge, die am Freitag und Sonntag im Kreis Cloppenburg ankamen, sind weitergezogen. Diese seien von Helfern gebeten worden, sich abzumelden, aber das habe nicht jeder gemacht, so Kreissprecherin Sabine Uchtmann.

„Es ist nicht sinnvoll, Flüchtlinge in Niedersachsen zu registrieren und in Zelten unterzubringen, wenn etwa in Essen Verwandte seit Jahrzehnten leben und bereit sind, ihre Angehörigen aufzunehmen“, sagt der Geschäftsführer des Niedersächsischen Flüchtlingsrates, Kai Weber. Der Flüchtlingsrat fordert deshalb, das Dublin-Verfahren auszusetzen. Nach diesem Verfahren können Menschen nur dort Asyl beantragen, wo sie erstmals EU-Boden betreten oder erstmals registriert werden.

Das niedersächsische Innenministerium will an dem Verfahren festhalten. Asylsuchende seien formal dazu verpflichtet, ihren „Wohnsitz“ in einer Erstaufnahmeeinrichtung zu haben, sagte Sprecher Matthias Eichler. Eine Weiterreise wirke sich negativ auf ihr Asylverfahren aus.

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