DELMENHORST Die Spätschicht an diesem Tag beginnt für Abdullah Sahbaz und Hubert Schnöink direkt mit einem Einsatz, nachdem die Polizeikommissare in der Dienststelle eingetroffen sind. In einem Geschäft in Delmenhorst gibt es Streit zwischen einem Kunden und dem Sicherheitsdienst.

Die Stimmung zwischen den Beteiligten ist gereizt, auch noch als die Beamten eintreffen. Auf gutes Zureden reagiert der Kunde zunächst uneinsichtig. Ein Blick auf den Namen des Mannes lässt seine türkische Herkunft erkennen und Sahbaz erklärt die Situation auf Türkisch.

„Du brauchst mit mir nicht türkisch reden“, reagiert der Angesprochene zunächst abweisend. Doch dann lässt er sich auf das Gespräch ein und wird ruhiger. Ein erster Erfolg für die Beamter, die nun vermitteln können. Am Ende bedankt sich der Mann bei Sahbaz.

Der Polizeikommissar ist in Bremen aufgewachsen, seine Eltern kommen aus der Türkei. Aber ist es für Hubert Schnöink nicht merkwürdig, wenn sein Partner türkisch spricht? „Nein. Da hab ich kein Problem mit“, sagt der Polizeikommissar wieder im Streifenwagen. Vielmehr schätze er diese Fähigkeiten des Kollegen.

Auch an höheren Stellen hat man den Vorteil von Menschen mit besonderen kulturellen Kompetenzen im Polizeidienst erkannt. Wie berichtet, werden vermehrt solche Bewerber gesucht.„Aber natürlich nicht nur. Wir freuen uns über jeden, der sich bewirbt und die Qualifikation für den Polizeiberuf mitbringt“, macht Polizeisprecher Josef Schade deutlich.

Abdullah Sahbaz sieht seinen Lebenslauf als „Joker“ für die Polizeiarbeit.Die meiste Zeit spielt sein kultureller Hintergrund aber keine Rolle – bei der täglichen Routine, Verkehrskontrollen und so weiter. „Ich spreche die Menschen nur auf türkisch an, wenn ich mir sicher bin, dass ich damit etwas erreichen kann.“

Während Hubert Schnöink und Abdullah Sahbaz zusammen weiter auf Streife sind, gehen Stefan Kulikow und Uwe Nolze durch die Delmenhorster Innenstadt. Stefan Kulikow ist Polizeikommissaranwärter und absolviert den praktischen Teil seines Studiums in Delmenhorst.

Seit einem Jahr ist er in der Ausbildung, seit Anfang Oktober ist er im praktischen Einsatz. „Ich hab schon alles miterlebt, was man so im Polizeidienst erleben kann“, ist der 22-Jährige begeistert von seiner Ausbildung. Ob man da auch einmal Angst hat? „Nein. Angst habe ich nicht. Besonders nicht, weil man immer mit Kollegen zusammen unterwegs ist. Da fühle ich mich immer in guten Händen.“

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