IHLOW /OLDENBURG Die Partei sieht der großen Koalition in Berlin mit gemischten Gefühlen entgegen. Sie wird aber durchaus auch als Chance gesehen.

Von Petra Herterich IHLOW/OLDENBURG - Kämpferisch gaben sich die Genossen auf ihrem Bezirksparteitag in Ihlow. Das Trauma der verlorenen Landtagswahl ist endgültig über wunden. Vor allem Dank der guten Ergebnisse bei der vergangenen Bundestagswahl. „Der Wahlkampf hat uns allen gezeigt, dass wir eine intakte SPD Weser-Ems sind, die kämpfen und gewinnen kann“, betonte Bezirkschef Garrelt Duin.

Sein feines Sacco hatte er da schon ausgezogen, stand mit aufgekrempelten Ärmeln am Rednerpult und legte sich mächtig ins Zeug. Prangerte Studiengebühren an, verurteilte Niedriglöhne, forderte den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs, eine Aufstockung der Kindergärten, und kritisierte besonders die Vergabe der Fördergelder für Ganztagsschulen, die „lieber in Regionen gehen, in der die CDU das Sagen hat“.

Ein Rundumschlag, den die Delegierten belohnten mit der Wiederwahl Duins zum Bezirksvorsitzenden, mit immerhin 98,5 Prozent Zustimmung. Zusammen mit SPD-Fraktionschef und Spitzenkandidat Wolfgang Jüttner wird Duin in den nächstenLandtagswahlkampf 2008 ziehen, dann als SPD-Landeschef. „Reibungsverluste wird es mit uns nicht geben. Ich will nix werden, was er will, und er will nix werden, was ich will“, so Duin. Jüttner ergänzte: „Garrelt und ich sind ein gutes Zeichen nach innen und eine schwere Drohung für unsere Gegner.“

Innerhalb der Partei, so Jüttner, müsse man „unbedingt eine personelle Verjüngung hinbekommen“. Und niemand dürfe vergessen: „Die Kraft der SPD kommt aus den Kommunen. Wenn die SPD vor Ort nicht stark ist, verliert sie auch die Bundes- und Landtagswahl.“

Auf die sich abzeichnende große Koalition in Berlin schauen Jüttner und Duin mit gemischten Gefühlen. „Wir haben das nicht gewünscht, aber es sollte keiner auf die Idee kommen, Neuwahlen anzustreben“, warnte Duin. Überhaupt sei schwarzrot auch eine Chance. „Bei rotgrün haben wir zu oft mit den Grünen gedacht.“

Gastredner Peer Steinbrück, ehemaliger Ministerpräsident und hochgehandelter Vize-Kanzler innerhalb einer großen Koalition, sieht schwarz-rot auch eher als Chance. „Es macht Sinn, mit der Union die Probleme im Gesundheitswesen, auf dem Arbeitsmarkt und in der Steuerpolitik anzugehen“.

Zu stellvertretenden Bezirksvorsitzenden gewählt wurden Swantje Hartmann (Delmenhorst), Alfred Hilger (Osnabrück) und Johanna Modder (Leer). Beisitzer aus dem Oldenburger Land wurden Wilfrid Adam (Wilhelmshaven), Axel Brammer (Oldenburg-Land), Olaf Lies (Friesland), Hermann Mohrschladt (Wesermarsch), Hanna Naber (Oldenburg) und Sigrid Rakow (Ammerland).

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