Hannover Niedersachsens oberster Polizeichef redet Klartext. „Wir haben eine sehr hohe Gefährdungslage“, beschreibt Uwe Binias die Situation auch in Niedersachsen nach dem schockierenden Terroranschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin. Niedersächsische Sicherheitsbehörden sind in die Aufklärung des Terrorattentats mit einem Lkw eingebunden – „unter Federführung des Generalbundesanwalts“, sagt Binias. So könnte der potenzielle Attentäter von Berlin Verbindungen zum Hildesheimer Salafisten-Prediger Scheich Abu Wala gehabt haben, der erst kürzlich verhaftet wurde.

Das Innenministerium führt weiter täglich eine Einschätzung der Gefährdungslage durch. „Wir bereiten schon die Silvesterfeiern vor und sprechen mit Veranstaltern und Behörden“, sagt der Polizeichef, der aber auch für die Weihnachtstage vorher ein Sicherheits-Konzept erstellt hat. „Wir werden grundsätzlich weiter große Veranstaltungen wie Weihnachtsmärkte und Kirchen schützen“, betont Binias, „aber wir werden nicht mit Maschinenpistolen in Kirchen gehen“.

Der Berliner Anschlag liefert die Vorlage, dass auch Niedersachsen sein Sicherheitskonzept „aktualisiert“ – besonders mit Blick auf Terrorattentate mit einem Lastwagen. Laut Binias arbeiten Experten an technischen Lösungen zur Abwehr. „Gegen einen 40-Tonner ist jedoch niemand gefeit“, räumt der Polizeichef ein. Vor allem: Lastwagen seien nur eine Variante der Attentatsstrategen beim Islamischen Staat (IS), der die Verantwortung für Berlin übernommen hat.

Für den Fall einer konkreten Gefährdung setzen die Sicherheitsbehörden in Niedersachsen vor allem auf Geschwindigkeit. Bei der Polizei wurde eine „Landesreserve“ gegründet. Eine Hundertschaft steht für eine schnelle Verlegung jederzeit zur Verfügung. Die Polizeikräfte werden dabei dezentral für einen solchen Einsatz vorgehalten.

Beim Thema Grenzkontrollen hat sich Niedersachsen bereits mit den Niederlanden kurzgeschlossen. „Wir stehen in einem engen Kontakt“, bestätigt Binias.

Gunars Reichenbachs Chefkorrespondent / Redaktion Hannover
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