Papenburg Jahrzehnte lang prägte Walter Remmers die CDU in Niedersachsen, nach der Wende wechselte der Emsländer als Justizminister nach Sachsen-Anhalt. Im Alter von 84 Jahren ist Remmers nun gestorben.

Remmers war ein Urgestein der Niedersachsen-CDU. Nach der Wiedervereinigung wagte er als einer der zahlreichen West-Minister einen politischen Neustart in Sachsen-Anhalt. Im Alter von 84 Jahren ist Remmers, der in Ost und West als Justizminister arbeitete, am Freitag in seiner Geburtsstadt Papenburg gestorben. Dem Landtag in Hannover gehörte Remmers seit 1970 an, von 1982 bis 1990 war er Justizminister in der Landesregierung von Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU). Nach der Wiedervereinigung wurde er im November 1990 zum Justizminister Sachsen-Anhalts ernannt. Dort saß er bis 1994, zuletzt parallel auch als Innenminister, auf der Ministerbank. Dem Magdeburger Landtag aber gehörte er als Abgeordneter bis 2002 an. Danach war der Jurist weiter als Rechtsanwalt in Papenburg und Magdeburg tätig.

Im niedersächsischen Landtag war Walter Remmers viele Jahre gemeinsam mit seinem älteren Bruder Werner tätig. Als Werner Remmers 1986 neuer Umweltminister in der Regierung Albrecht wurde, saßen beide Brüder sogar gemeinsam am Kabinettstisch. In seiner Amtszeit als Justizminister war Remmers unter anderem mit dem Hungerstreik der in Celle einsitzenden RAF-Gefangenen konfrontiert sowie mit der Affäre um das vom Landesverfassungsschutz veranlasste „Celler-Loch“, einem fingierten Sprengstoffanschlag auf das Gefängnis.

Niedersachsens CDU-Landesvorsitzender Bernd Althusmann würdigte Remmers als einen aufrichtigen und besonnenen Menschen und Politiker. Seine verbindliche und freundschaftliche Art werde in Erinnerung bleiben. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hob die großen Verdienste hervor, die Remmers sich um den Aufbau rechtsstaatlicher Strukturen erworben habe.

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