Oldenburg Mit einem Stimmenanteil von mehr als 35 Prozent haben die Grünen in Oldenburg bei der Europawahl am Sonntag einen historischen Erfolg erzielt. Die SPD stürzte auf 17 Prozent ab, die CDU kam nur auf 19 Prozent. Das sagen die Parteien zum Abschneiden auf Stadtebene:

„Phänomenale“ Grüne

„Ein unglaublicher, phänomenaler Sieg“, freut sich Katharina Garves vom Vorstand der Grünen in Oldenburg. „Das ist ein Bekenntnis für den Klimaschutz!“ Für die 29-Jährige zeigt das starke Abschneiden ihrer Partei, „dass die Oldenburgerinnen und Oldenburger ein demokratisches, soziales Europa wollen“. Den „Parteien am rechten Rand“ sei es nicht gelungen, „Angst vor Europa zu schüren“, meint Katharina Garves, die in der „Flänzburch“ den Wahlerfolg zusammen mit Parteifreundinnen und -freunden feierte.

SPD tief enttäuscht

„Wir sind sehr enttäuscht! Das Ergebnis ist ein Hammer.“ Nicole Piechotta sitzt das Ergebnis der SPD richtig in den Knochen. Die Unterbezirksvorsitzende hält die Debatte um den Klimawandel für wahlentscheidend, „und das Thema verbindet sich mit den Grünen, nicht mit uns“. Das Erscheinungsbild der SPD in der Großen Koalition im Bund sei ein weiterer Faktor bei dem schlechten Abschneiden. „Ich erwarte, dass meine Partei den angekündigten Erneuerungsprozess auch einleitet“, sagt Nicole Piechotta, die bei der Mitgliederbefragung gegen die Koaltion mit der CDU gestimmt hatte. In Oldenburg habe die SPD einen sehr engagierten Wahlkampf gemacht, „ich glaube nicht, dass wir uns etwas vorwerfen müssen“. Das im Vergleich zum Bundesergebnis etwas bessere Abscheiden in Oldenburg sei „vielleicht unserem großen Einsatz zuzuschreiben“.

„Klatsche für die CDU“

„Das war eine Klatsche für die CDU, da muss man nicht drumherum reden“, sagt der Stadtverbandsvorsitzende der CDU, Christoph Baak. „Das Ergebnis ist grauslich, wir haben uns das anders erhofft.“ Bemerkenswert sei allerdings, dass die CDU im Stadtgebiet vor der SPD liege. „Wann gab es das schon einmal?“, fragt der CDU-Chef. Dass die SPD „mehr auf den Deckel“ bekommen habe als die CDU sei aber kein Trost.

Linke erläutert Verlust

Hans-Henning Adler verweist auf die Konstellation bei der Europawahl mit vielen konkurrierenden Parteien. „Es ist unglaublich, wie viel da in der Summe zusammenkommt“, sagt der Parteivorsitzende der Linken zum Ergebnis seiner Partei, die in Oldenburg gut einen Prozentpunkt verloren hat. „Die Stimmen, die auf die Kleinen entfallen, fehlen uns.“ Die Wahl in Bremen, wo die Linke ein zweistelliges Ergebnis erzielt habe, zeige, dass das Resultat bei einer anderen Konstellation „ein ganz anderes ist“.

AfD nicht zufrieden

Der Vorsitzende der AfD in Oldenburg, Andreas Paul, äußert sich enttäuscht. „Wir hätten uns schon mehr Stimmen gewünscht.“ Zu berücksichtigen sei, dass die AfD im Vergleich zur Wahl 2014 die Abspaltung der LKR zu verkraften gehabt habe. „Zumindest diese Stimmen haben wir aufgeholt.“ Das Resultat der Grünen sei auch auf die „Weltuntergangsangst“ zurückzuführen, die beim Thema Klimawandel erzeugt worden sei. „Es ist bekannt, dass wir das etwas anders sehen. Das hat uns Stimmen gekostet“, sagt Paul.

FDP: Zufriedenstellend

„Wir freuen uns als FDP über den Zuwachs als kleiner Wahlgewinner, insbesondere darüber, dass unser niedersächsischer Kandidat Jan -Christoph Oetjen ins EU-Parlament gewählt wurde“, sagt Kreisvorsitzende Christiane Ratjen-Damerau. Das Oldenburger Ergebnis mit „knapp fünf Prozent“ für die Liberalen sei „zufriedenstellend“.


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Christoph Kiefer Chefreporter / Reportage-Redaktion
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