HANNOVER Vor dem Mitgliederentscheid über den SPD-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2013 zeigen sich beide Bewerber siegessicher. „Ich will Ministerpräsident dieses Landes werden, darum bin in angetreten“, sagte SPD-Landeschef Olaf Lies (Sande) am Mittwoch in Hannover. „Ich bin überzeugt, dass ich Menschen ansprechen kann, die vorher noch nicht SPD gewählt haben“, hatte Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil bereits am Dienstagabend erklärt.

Die rund 65 000 Parteimitglieder in Niedersachsen können am Sonntag darüber abstimmen, ob Lies oder Weil Herausforderer von Ministerpräsident David McAllister (CDU) werden. Lies rechnet mit einem knappen Ausgang: „Es wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen.“ Beide betonten, dass die Partei schon jetzt der Gewinner des Mitgliederentscheides sei. Lies und Weil hatten sich auf sieben Regionalkonferenzen präsentiert.

Lies überraschte mit der Ankündigung, er könne sich Weil als Finanzminister in einem von ihm geführten Kabinett vorstellen. Der SPD-Chef nannte auch die beiden Landtagsabgeordneten Uwe Schwarz und Gabriele Andretta als mögliche Mitglieder seines Schattenkabinetts. Schwarz und Andretta gelten als Unterstützer von Weil.

Lies kündigte an, dass er als Ministerpräsident die Studiengebühren abschaffen und die Gründung von Gesamtschulen erleichtern würde. Weil hielt sich mit konkreten Aussagen zurück. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Thilo Hoppe (Aurich) sprach sich für Lies aus.

Für Irritationen sorgte eine von der SPD-Landtagsfraktion geschaltete Anzeige im Mitgliedermagazin der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK). Darin äußert sich Weil auf einer ganzen Seite zur Energiepolitik. Das Lies-Lager vermutet eine unfaire Werbung für Weil, der auch SGK-Bundesvorsitzender ist. Die SPD-Fraktion schalte in „unregelmäßigen Abständen“ solche Anzeigen, erklärte Fraktionssprecher Olaf Reichert. Diese habe bereits im Sommer erscheinen sollen.

Marco Seng Redakteur / Reportage-Redaktion
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