HANNOVER Niedersachsen bekommt ein neues Landtagsgebäude. Der alte Plenarsaal soll abgerissen und etwas versetzt zum Leineschloss in Hannover neu gebaut werden. Geschätzte Kosten: 45 Millionen Euro.

Die Baukommission des Parlaments sprach sich mit Mehrheit für den Abriss des alten Hauses aus. Nur die Grünen stimmten dagegen. Die Kommission folgte damit dem Vorschlag von Landtagspräsident Hermann Dinkla (CDU). Die Bagger sollen 2010 anrollen. Nach den bisherigen Plänen könnten die Abgeordneten 2012 in den neuen Landtag einziehen. Er soll eine breite Fensterfront erhalten. Auch eine Tiefgarage ist geplant.

Das derzeitige Plenargebäude stammt aus dem Jahr 1962 und ist seit längerem an vielen Stellen marode und baufällig. Nach Ansicht von Dinkla entspricht der Bau nicht mehr dem heutigen Verständnis von Demokratie. Der Plenarsaal ohne Fenster habe das Parlament von der Außenwelt abgeschottet. Der geplante Neubau sei eine „wirtschaftliche, funktionale und städtebaulich interessante Lösung“, sagte Landtagssprecher Franz-Rainer Enste. Andere Varianten wären teurer gewesen.

Das alte Gebäude wird Leineschloss genannt, weil es an der Stelle des früheren Schlosses der Könige von Hannover steht. Das klassizistische Schloss wurde durch einen Luftangriff im Zweiten Weltkrieg zerstört, von 1957 bis 1962 wurde an dieser Stelle der heutige Landtag errichtet. Für die Gestaltung wird nun ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben, der bis Mitte 2009 abgeschlossen werden soll.

Die Grünen kritisierten die Kosten von 45 Millionen Euro als zu teuer. „Die Entscheidung für den Totalabriss ist vorschnell“, sagte Fraktionsvize Ursula Helmhold. CDU, SPD, FDP und Linke sprachen sich für den Neubau aus. „Parlamentarismus und Demokratie kosten Geld“, sagte die Linken-Abgeordnete Ursula Weisser-Roelle.

Der Landtag sollte bereits vor Jahren modernisiert werden. Der Umbau wurde aus Kostengründen verschoben.

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