Oldenburg 658 Kurzbiografien auf 864 Seiten: „Das ist viel mehr, als nur ein Lexikon“, sagte Thomas Kossendey, in der Hand das jetzt erschienene Buch „Oldenburgischer Landtag 1848-1933/1946“. Zusammen mit den Autoren Prof. Dr. Albrecht Eckhardt und Rudolf Wyrsch stellte der Präsident der auftraggebenden Oldenburgischen Landschaft das Werk am Freitag vor.

Die Idee zu dem Buch hatte Eckhardt schon im Gepäck, als er 1977 nach Oldenburg kam. „Hier war nichts vorhanden, ich musste bei Null anfangen“, erinnerte sich der ehemalige Leiter des Staatsarchivs am Freitag im alten Landtagsgebäude.

„Hier“, sagte Johann Kühme, „tagte zuerst der 33. Oldenburgische Landtag.“ Der Präsident der Polizeidirektion Oldenburg ist Hausherr in dem Gebäude, in dem ab 1916 die Abgeordneten arbeiteten. Und genau dort, wo vor fast 100 Jahren Ausschüsse tagten, wurde das umfangreiche Werk vorgestellt, dessen Kern die Kurzbiografien sämtlicher Abgeordneten aus allen 44 Landtagen bilden.

„Diese Ausführlichkeit ist einmalig“, sagte Eckhardt mit Blick auf Bücher zu anderen Landtagen. Kossendey lobte nicht nur die Fleißarbeit. Besonders machten das Buch, dass gezeigt werde, welche Abgeordneten besonders unter dem NS-Regime litten – und die umfangreiche Recherche von Rudolf Wyrsch.

Der ehemalige Pfarrer stieß 1987 dazu – im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Er erforschte vor allem die familiären Hintergründe der Abgeordneten. „Er hat sich da so hineinverbissen, dass ich ihn bremsen musste, nicht noch einen entfernten Verwandten auszubuddeln“, scherzte Eckardt.

Bei seiner Recherche wühlte sich Wyrsch durch Kirchenbücher, Listen von Standesämtern, besuchte ehemalige Landtagsabgeordnete und reiste in die entlegensten Ecken des ehemaligen Oldenburger Landes. Dabei sprach er auch mit Kurt Fiebig, dem letzten noch lebenden Landtagsmitglied.

Auch dem fast 94-Jährigen ist ein Abschnitt im Buch gewidmet, inklusive Bild. „Wir haben mehr als 400 Abbildungen von Abgeordneten“, sagte Eckardt. Die zu beschaffen sei schwer gewesen. Prof. Dr. Dietrich Hagen steuerte Karten bei. Alle Quellen gibt es zudem auf CD-Rom.

2016, im Jahr des 100. Geburtstages des ehemaligen Landtagsgebäudes, soll dann auch die Politik hierher zurückkehren. Unter anderem will die rot-grüne Landesregierung eine Kabinettssitzung in Oldenburg abhalten, sagte Kühme: „Der Ministerpräsident hat das zugesagt.“

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