Hannover Nach dem Fehlstart mit vor Weihnachten verschickten Bescheiden über Beitrags-Höchstsätze hat die Pflegekammer Niedersachsen unter einigen Zwangsmitgliedern zu Ostern mit neuerlicher Beitrags-Post weiteren Unmut ausgelöst.

„Zu Weihnachten die erste Bescherung. Zu Ostern nun die zweite Überraschung. Bekomme ich jetzt zu jedem Feiertag Post von der Pflegekammer?“, fragt sich ein Mitglied in der Facebook-Gruppe „Nein zur Pflegekammer 2018“.

Podiumsdiskussion in Oldenburg: Antworten auf offene Fragen zur Pflegekammer

Ebenfalls über das soziale Netzwerk Facebook wendete sich eine Leserin an unsere Zeitung und beklagt sich über ein aktuelles Beitrags-Schreiben der Pflegekammer mit der provokanten Frage: „Wie viel darf diese ungewollte Pflegekammer sich denn noch erlauben, bis man endlich aufhört, die Pflegekräfte zu drangsalieren?“. Die Pflegekammer habe die „unverschämten Beitragsbescheide“ zu Weihnachten verschickt und sich entschuldigt, nachdem es einen „Sturm der Entrüstung und des Protestes“ gegeben habe. Man habe verstanden, die Versendung der Bescheide sei sehr unglücklich gewesen, zitiert die Leserin die Pflegekammer und verweist auf die Änderung der Beitragsordnung.

„Und was passiert jetzt? Die Pflegekräfte in Niedersachsen haben doch ernsthaft massenhaft ihre neuen Beitragsbescheide als Osterpost bekommen“, beklagt die Betroffene bei Facebook und erhält für ihre Kritik am Verhalten der Kammer großen Zuspruch im Netz. Die Pflegekammer selbst indes sieht kein neuerliches Fehlverhalten, sondern fügt sachliche Gründe für ihre ungeliebte Osterpost an, die zudem „nicht massenhaft“ verschickt worden sei.

Für die Berechnung ihres individuellen Beitrags für das Beitragsjahr 2018 konnten die Mitglieder bis zum 31. März dieses Jahres ihre Einkünfte über eine Selbsteinstufung einreichen. Anhand der Selbsteinstufung wird der persönliche Mitgliedsbeitrag berechnet. „In den vergangenen Wochen und Monaten sind eine Vielzahl an Selbsteinstufungen in der Geschäftsstelle eingegangen“, betont Kammer-Sprecherin Carolin Hoffmeyer. Jede Selbsteinstufung werde individuell bearbeitet. Anschließend werde ein Beitragsbescheid mit der Festsetzung des Mitgliedsbeitrages für 2018 versendet. Bis jedes Mitglied einen individuellen Beitragsbescheid erhalte, werde es noch einige Wochen dauern.

Da die Geschäftsstelle der Pflegekammer aber viele Anfragen zum Bearbeitungsstand von Selbsteinstufungen erreichten und von vielen Mitgliedern eine rasche Zustellung des Beitragsbescheids gewünscht werde, sei folglich auch in der Woche vor Ostern an Beitragsbescheiden gearbeitet worden. „Somit wurde zu diesem Zeitpunkt auch eine gewisse Anzahl an individuellen Beitragsbescheiden an die Mitglieder versendet“, erläutert Hoffmeyer abschließend.


Video zur NWZ-Podiumsdiskussion über die Pflegekammer unter     www.nwzonline.de/pflegekammer 
Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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