Hannover Das Land Niedersachsen soll nach dem Willen des Kultusausschusses aktiv gegen Mobbing an Schulen vorgehen. Einstimmig haben die Bildungspolitiker des Landtages am Freitag ein Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht – lediglich Harm Rykena, AfD-Abgeordneter und ehemaliger Konrektor der Grundschule Ahlhorn (Gemeinde Großenkneten/Kreis Oldenburg), enthielt sich. Die Dimensionen seien nicht eindeutig erfasst und beruhten lediglich auf der Annahme, dass Mobbing an Schulen zunehme, begründete Rykena sein Abstimmungsverhalten und ließ sich auch durch einen Hinweis auf die Begründung des ursprünglich von der FDP gestellten Antrages nicht umstimmen.

Darin heißt es nämlich: „Etwa neun Prozent aller Jungen und zehn Prozent aller Mädchen in Deutschland sind laut Statistik bereits wiederholt Opfer von Mobbing geworden. Vier Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen neun und 16 Jahren wurden Opfer von Cybermobbing, 18 Prozent sind bereits über das Internet oder das Handy beleidigt worden.“ Laut Süddeutscher Zeitung liege der Wert der regelmäßig von Attacken betroffenen Jugendlichen in Deutschland bei 15,7 Prozent und damit etwas unterhalb des internationalen Durchschnitts. „Die Zahlen zeigen dennoch eindrucksvoll, dass Mobbing nach wie vor ein wichtiges Thema ist, gerade wenn man bedenkt, dass von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist, die von der Statistik nicht erfasst wird“, heißt es in der Begründung des FDP-Antrages mit dem Titel „Mobbing an Schulen bekämpfen – Anregungen zu gesamtgesellschaftlichem Handeln“. Mit dem nun vom Ausschuss verabschiedeten Papier soll der Landtag die Landesregierung zu konkreten Schritten auffordern. Dazu gehört etwa, die Attraktivität von Beratungslehrerstellen an Schulen durch eine höhere Zahl von Anrechnungsstunden zu steigern und die Attraktivität von Schulsoziarbeiterstellen durch mehr Vollzeitstellen zu erhöhen. Lehrer sollen zudem an Schulungen zum Thema Mobbing teilnehmen und es soll die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Behörden verbessert werden.

Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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