Hannover /Sande /Berne Wie bei unzähligen Arbeitnehmern hat das Coronavirus auch die Geschäfte der niedersächsischen Landesregierung zu Teilen in die heimischen vier Wände gezwungen. Ganz auf den Kontakt zum Wähler wollen die Politiker auf Dauer nicht auskommen – doch das Zwischenfazit fällt positiv aus.

„Manchmal frage ich mich, warum wir die Möglichkeiten nicht schon vorher intensiver genutzt haben“, sagt Umweltminister Olaf Lies. Der SPD-Politiker war wegen eines Kontakts zu einem Corona-Infizierten bis Dienstag in Sande (Kreis Friesland) in häuslicher Quarantäne. Ein unfreiwilliger Wechsel ins Homeoffice – „aber es klappt perfekt“.

„Meetings und Gesprächstermine sind leicht zu ersetzen“, findet auch Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU), der zwischen dem Homeoffice in Berne (Kreis Wesermarsch) und dem Ministerium in Hannover pendelt. Die räumliche Distanz sieht er aber auch als Einschränkung. „Es sind oft gerade die am Rande von Terminen eher zufällig zustande kommenden Gespräche, die mir zeigen, wo es Möglichkeiten oder auch die Notwendigkeit gibt, Dinge zum Besseren zu verändern“, sagt er. „Da bin ich jetzt auf Hinweise zum Beispiel per Mail angewiesen.“

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Dieses Für und Wider sehen die meisten Ministerinnen und Minister. So antwortet Innenminister Boris Pistorius (SPD) auf die Frage, ob seine Arbeit durch das Abstandhalten eingeschränkt sei: „Eingeschränkt ja, aber das Entscheidende läuft.“ Und Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD), der auf Telefon- und Videokonferenzen setzt, sagt: „Das muss sich etwas einspielen und ist nicht ganz das Gleiche. Ich finde, es sind aber geeignete Alternativen, um mindestens für einen gewissen Zeitraum auf klassische Besprechungen zu verzichten.“

Carola Reimann sieht sich als Gesundheitsministerin auch in einer Vorbildrolle. Obwohl sie aktuell im Mittelpunkt steht wie selten zuvor, hat auch die SPD-Frau viel auf Telefon und Video umgestellt. „Denn ich sollte mich genau so verhalten, wie wir es von den Menschen im Land in der aktuellen Lage erwarten beziehungsweise einfordern.“

Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU), wie Lies vorsorglich in Quarantäne, hat sogar die Landtagssitzung am Mittwoch verpasst und arbeitet im Wohnzimmer in Beber (Kreis Hameln-Pyrmont). „Ich bin ein sehr kommunikativer Mensch, deshalb finde ich das Homeoffice in Ordnung“, sagt sie. „Aber ich freue mich auch schon wieder auf echte Begegnungen mit echten Menschen.“

Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) erinnert daran, dass viele Branchen die Arbeit zu Hause gerade verstärkt nutzen. Als Politiker treffe er normalerweise jeden Tag viele Menschen. „Insofern muss man ganz klar sagen, dass meine Arbeit in Zeiten von Corona anders aussieht.“

Hilfreich ist es, wenn die Arbeitsmaterialien elektronisch zur Verfügung stehen – wie im Europaministerium, das die Einführung der E-Akte vorantreibt. Das erleichtere die Arbeit erheblich, erzählt Ministerin Birgit Honé (SPD).

Justizministerin Barbara Havliza (CDU) ist die Arbeit an ihrem Wohnort in Wallenhorst (Kreis Osnabrück) oder von unterwegs schon gewöhnt. „Aber wenn ich ehrlich bin: Für eine Ministerin ist die Arbeit im Homeoffice auf Dauer nicht das Richtige. Mein Amt lebt davon, unterwegs zu sein und Menschen zu treffen, ihnen in die Augen zu sehen und mit ihnen zu diskutieren. Videokonferenzen können das nicht komplett ersetzen.“

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