Hannover Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (Sande/Kreis Friesland) gehen die Pläne des Bundesumweltministeriums zum Umgang mit problematischen Wölfen nicht weit genug. „Der Kompromiss auf Bundesebene erfüllt ganz wesentliche Teile des Handlungsbedarfs in Niedersachsen nicht und stellt mich nur begrenzt zufrieden“, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag im Landtag und kündigte an: „Ich werde weiterhin Druck in Berlin machen.“ Die Pläne von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) sehen konkret vor, einen Abschuss von Wölfen auch dann zu ermöglichen, wenn unklar ist, welches Tier genau zum Beispiel eine Schafherde angegriffen hat. Es können demnach so lange Wölfe in der Gegend geschossen werden, bis es keine Attacken mehr gibt – auch wenn dafür ein ganzes Rudel getötet wird. Die Behörden der Länder müssen aber jeden Abschuss wieder einzeln genehmigen.

Nach Ansicht von CDU-Fraktionsvize Gitta Connemann führt indes kein Weg an einer „Regulierung“ der Zahl der Wölfe“ vorbei. So wie die Bundespolitikerin aus Leer sieht es auch Lies und geht noch weiter: Insbesondere den Ländern Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen, wo die Wolfspopulation besonders ausgeprägt sei, helfe keine deutschlandweite Zahl. „Wir müssen die Situation in den einzelnen Regionen der genannten Länder differenziert betrachten“, forderte Lies. Nach seinen Worten gibt es in Niedersachsen aktuell 24 Wolfsrudel, was in etwa 220 Tieren entsprechen dürfte, von denen laut Lies nach wie vor kein einziger mit einem Sender ausgestattet ist. Lies räumte Probleme bei der Besenderung der Wölfe ein.

Dass die Wölfe im Land keinen Sender tragen, macht es auch so schwierig, den seit Ende Januar vom Umweltministerium zum Abschuss freigegeben Nienburger Problemwolf mit der Kennung „GW717m“ zu identifizieren und zu erlegen. Die aktuelle „Genehmigung zur Entnahme“ des Rodewalder Rüden gilt bis zum 30. September.

Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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