Hannover Das Erstarken der Bewegung Fridays for Future hat 2019 gezeigt: Die Jugend ist politisch. In Niedersachsen blicken die Vorsitzenden der Jungsozialisten (Jusos), der Jungen Union (JU), der Grünen Jugend und der Jungen Liberalen (Julis) auf ein bewegtes Jahr – und teilweise kritisch auf ihre Parteien.

Jugend und Klima

Fridays for Future ist für viele Jugendorganisationen die wichtigste Entwicklung des Jahres. „Es ist ein Lichtblick, dass ganz viele junge Menschen, die kein Wahlrecht haben, auf die Straße gehen und ihre Möglichkeiten nutzen“, sagt Svenja Appuhn, Vorsitzende der Grünen Jugend. Der Jungliberale Lars Alt sieht dies genauso und fordert eine „ökosoziale Marktwirtschaft“. Der JU-Vorsitzende Christian Fühner sagt: „Ich habe da ganz engagierte Leute kennengelernt.“ Er erwarte aber, dass die Jugendlichen ihre Forderungen auch umsetzen. Grundsätzlich bemerken alle Organisationen, dass Jugendliche aktiver werden.

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Mitgliederzahlen

Am stärksten ist die Grüne Jugend gewachsen, sie hat seit Jahresbeginn rund 300 Mitglieder hinzugewonnen und steht jetzt bei mehr als 900. „Fridays for Future war da wohl der größte Aspekt, aber auch das ganze Thema AfD und Rechtsruck“, sagt die Medizinstudentin Appuhn. Die Junge Union ist im Jahresverlauf hingegen um knapp 400 auf rund 8000 Mitglieder geschrumpft. Das läge daran, dass mehr Mitglieder das Höchstalter von 35 Jahren erreicht haben als neu hinzugekommen sind, sagt Fühner. Die Julis verzeichnen einen leichten Mitgliederanstieg auf 1100, die Jusos bleiben konstant bei rund 6000.

Größte Probleme

Die Einführung des niedersächsischen Polizeigesetzes trieb die Jusos besonders um, wie die Vorsitzenden Jakob Blankenburg und Johanna Kuipers mitteilten. Auch für die Grüne Jugend war der „Kampf gegen das Polizeigesetz“ die größte Aufgabe. Vor dem Hintergrund etlicher Bauernproteste war für Christian Fühner, der für die CDU im Landtag sitzt, die Stärkung der ländlichen Räume besonders wichtig. Die Rettung der NordLB ist für Juli-Vorsitzenden Lars Alt das Ärgernis des Jahres: Die Bank habe bisher kein tragendes Geschäftsmodell vorlegen können.

Jung und Alt

„Teile unserer Mitgliedschaft gerieren sich in der Öffentlichkeit als letzte Verteidiger von Schnitzel, SUV und Diesel. Das wirkt nicht modern, sondern besitzstandswahrend“, kritisiert etwa Lars Alt, der seit 2012 im FDP-Landesvorstand sitzt, den Ton seiner Partei in der Klimapolitik. Durch den Zulauf für die Grünen drohe ihre Partei bürgerlich zu werden, sagt etwa Svenja Appuhn. Sie als Grüne Jugend wollten dafür sorgen, dass die Partei weiterhin klar linke Positionen bezieht. Christian Fühner war lange genervt von den Personaldebatten in der CDU. Die Juso-Vorsitzenden hingegen loben ihre Partei für die Ankündigung, ein Paritätsgesetz voranbringen zu wollen – das würde für mehr Frauen in politischen Gremien sorgen.

Vorsätze für 2020

Alle Jugendorganisationen haben die niedersächsischen Kommunalwahlen 2021 schon fest im Visier. Die Jusos etwa wollen möglichst viele junge Leute in die Orts-, Gemeinde- und Stadträte bringen: „Es ist noch immer so, dass in den Gremien vor Ort junge Menschen eine Ausnahme sind. Dabei betreffen viele Themen, die dort besprochen werden, unsere Generation.“ Die Jungen Liberalen wollen 2020 eine ungewöhnliche Allianz schmieden: Gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund wollen sie sich für ein digitales Azubi-Ticket in Niedersachsen einsetzen.

Und die AfD-Jugend? Hat sich in Niedersachsen schon 2018 aufgelöst, nachdem der Verfassungsschutz sie ins Visier genommen hat.

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