Hannover Kurz vor Inkrafttreten weiterer Lockerungen haben in Niedersachsen und Bremen am Samstag Hunderte gegen die seit Wochen geltenden Einschränkungen demonstriert. In beiden Städten stießen die Demonstranten auf Protest zahlreicher Menschen, die die Maßnahmen der Politik unterstützen. Ereignisse und Nachrichten zum Thema Coronavirus vom Wochenende im Überblick:

Protest

Mehrere Hundert Menschen haben am Samstag in Hannover und Bremen gegen die Corona-Beschränkungen demonstriert, unter anderem gegen die Maskenpflicht. In Hannover zählte die Polizei auf dem Opernplatz insgesamt rund 800 Teilnehmer. Dazu gab es eine Gegendemo mit etwa 900 Teilnehmern.

In Bremen wollten nach Polizeiangaben Gegner der Corona-Maßnahmen einen Konvoi mit 45 Autos abhalten. Das wurde aber von rund 200 Gegendemonstranten auf Fahrrädern verhindert. Auf dem Marktplatz versammelten sich am Nachmittag rund 100 Menschen, um gegen die Auflagen zu protestieren. Die Polizei dokumentierte nach eigenen Angaben zahlreiche Verstöße gegen die Hygienevorschriften. Bei einer spontanen Gegenkundgebung wurden 300 Teilnehmer gezählt.

Bundesweit kam es zu Protesten, Tausende Menschen demonstrierten gegen die Beschränkungen.

Schlachthöfe

Die niedersächsische Landesregierung will die weitere Entwicklung in den Schlachtbetrieben genau beobachten. Bisher seien aber keine Infektionsfälle bekannt. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sprach sich bei NDR 1 Niedersachsen vor diesem Hintergrund für gezielte Tests und nicht für eine Überprüfung aller Mitarbeiter in Schlachthöfen aus. Schleswig-Holstein hatte auf die vielen Corona-Fälle in einem Schlachthof reagiert und lässt die Belegschaften aller großen Betriebe im Land testen.

Die Krise bringt für die Schützenvereine in Niedersachsen deutliche finanzielle Einbußen mit sich. Wegen der Pandemie wurden zahlreiche Schützenfeste abgesagt, darunter das in Hannover, das sich selbst als weltgrößtes Schützenfest bezeichnet.

Die Feste seien wirtschaftlich gesehen sehr wichtig, um Gelder für das Vereinsleben und das übrige Jahr zu akquirieren, hieß es beim Deutschen Schützenbund. Eine weitere Geldquelle falle weg, weil Vereinshäuser derzeit nicht für private Feiern vermietet werden könnten.

Wilde Müllkippen

Das Problem mit wilden Müllkippen hat sich nach Einschätzung des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) in der Corona-Krise verschärft. „Wenn viele Menschen zu Hause sind, fällt mehr zu Hause an“, sagte der Teamleiter der Abfallfahndung, Andreas Hübner.

„Viele stellen fest, dass die Mülltonnen nicht groß genug sind, um den Müll aufzufangen.“ Zahlreiche Menschen stellten den Müll dann irgendwo ab. Hübner zufolge hat auch die vorübergehende Schließung der Wertstoffhöfe zu mehr illegalen Müllkippen geführt.

Kirche

Wegen der Corona-Pandemie verzögert sich der Wechsel an der Spitze des Klosters Loccum. Eigentlich hatte Hannovers Landesbischof Ralf Meister am Samstag die Rolle des Klostervorstehers von Abt Horst Hirschler (86) übernehmen wollen. Der Festgottesdienst und auch die Amtsübernahme wurden aber auf den 5. September verschoben. Hirschler hatte zu Jahresbeginn aus Altersgründen seinen Rückzug angekündigt. In einigen Kirchen wurden am vergangenen Wochenende unter Auflagen wieder Gottesdienste gefeiert.

Lockerungen

An diesem Montag werden zahlreiche Einschränkungen gelockert. So dürfen Restaurants, Gaststätten, Cafés und Biergärten wieder öffnen, dabei jedoch maximal die Hälfte der Plätze vergeben. Tische müssen mit einem Abstand von mindestens zwei Metern angeordnet sein.

Die Kunden müssen ihre Kontaktdaten hinterlassen, damit im Fall der Fälle Infektionsketten nachverfolgt werden können. Selbstbedienung und Buffets sind untersagt. Bars, Kneipen und Diskotheken bleiben noch geschlossen.

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