Hannover Trotz steigender Corona-Neuinfektionszahlen fürchten in Niedersachsen lediglich 35 Prozent, dass sie sich selbst oder Familienmitglieder mit Corona infizieren könnten. Das geht aus einer aktuellen Umfrage von Infratest-Dimap im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks (NDR) hervor. Größer als die Angst vor einer Infektion sind die wirtschaftlichen Sorgen.

Die Wirtschaft

Die momentane Lage im Land Niedersachsen bereitet vielen Wahlberechtigten Unbehagen: Jeder Zweite (51 Prozent) bewertet die wirtschaftliche Lage zwar positiv, fast ebenso viele (46 Prozent) aber üben Kritik. Eine Trendumkehr: Im Herbst 2017 hatten sich unmittelbar vor der Landtagswahl acht von zehn (80 Prozent) zufrieden geäußert. Zugleich blicken die Niedersachsen derzeit mit Sorge auf die kommenden Monate.

Schul-Lockdown

Beim Blick zurück auf den Shutdown in Schulen, Kitas und Altenheimen bezeichnen 56 Prozent der Befragten Dauer und Ausmaß der Kita- und Schulschließungen als richtig. Für jeden Vierten (27 Prozent) waren die Einrichtungen zu lange geschlossen. Für 13 Prozent wurde ihr Betrieb zu früh wieder aufgenommen, heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten Studie.

Der Blick der Niedersachsen auf den Lockdown für Alten- und Pflegeheime fällt dagegen kritischer aus: Zwar betrachtet jeder Zweite (54 Prozent) die entsprechenden Regelungen (einschließlich von Besuchsverboten für Angehörige) als richtig. Für ein Drittel (36 Prozent) jedoch dauerte die Schließung der Alten- und Pflegeheime letztlich zu lang.

Krisenmanagement

Die aktuell zur Corona-Eindämmung geltenden Auflagen betrachten 65 Prozent der Niedersachsen alles in allem als angemessen. Jeder Vierte (23 Prozent) wünscht sich sogar weitergehende Maßnahmen. Die Sorge, dass durch die Auflagen Freiheitsrechte längerfristig eingeschränkt sein könnten, teilen die meisten Bürger (68 Prozent) nicht. 69 Prozent sind mit dem Krisenmanagement der Landesregierung in der Pandemie zufrieden, 30 Prozent unzufrieden. Der größte Zuspruch kommt übrigens von den Anhängern der Grünen (85 Prozent).

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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