HANNOVER Der Durchbruch bei der geplanten Weservertiefung scheint geschafft. Am kommenden Dienstag will das Kabinett in Hannover den Generalplan Wesermarsch beschließen. Falls es keine Klagen gegen die Vertiefung gibt, kann voraussichtlich noch in diesem Jahr mit dem Ausbaggern begonnen werden.

„Die Weservertiefung ist von großer Bedeutung für die gesamte Region“, sagte der CDU-Fraktionschef im Landtag, Björn Thümler (Berne), dieser Zeitung. Sie sei aber kein Selbstgänger. „Gerade weil die Weservertiefung einen Eingriff in die Natur mit sich bringt, müssen alle Beteiligten ihren Beitrag leisten.“ Die Vertiefung sei auch im Interesse der niedersächsischen Häfen notwendig, erklärte FDP-Fraktionschef Christian Dürr (Ganderkesee). „Die Kosten für das Land müssen aber im Rahmen der Planung bleiben“, warnte Dürr.

„Wir hoffen, dass wir den Knoten jetzt durchschlagen können“, sagte Regierungssprecher Franz-Rainer Enste am Freitag in Hannover. Die Vertiefung der Weser ab Bremen bis zur Nordsee wurde 2000 beantragt. Die Landtags-Grünen kritisierten dagegen die Vertiefung. „Wegen der schlimmen Folgen für Natur und Landwirtschaft muss Niedersachsen die Zustimmung zu dem teuren und überflüssigen Vorhaben verweigern“, erklärte Grünen-Fraktionsvize Christian Meyer.

Der Generalplan Wesermarsch sieht vor, die Be- und Entwässerung der Wesermarsch neu zu organisieren, um eine Versalzung des Tränkewassers zu verhindern. Die Wasserentnahme soll künftig nur noch südlich von Brake erfolgen. Die Entwässerung sei in den Jade-Busen geplant. Dafür sind im Generalplan 50 Millionen Euro vorgesehen, das Programm läuft 15 Jahre. Das Land zahlt 37,5 Millionen Euro, den Rest teilen sich Bund, Bremen und die Region. Die Vertiefung selbst (90 Zentimeter bis Brake, 60 Zentimeter bis Bremen) finanziert der Bund.

Marco Seng Redakteur / Reportage-Redaktion
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