Hannover Etliche Flüchtlinge sind aus Notunterkünften in Niedersachsen „verschwunden“. Immer wieder hört oder liest man, dass Flüchtlinge nach der Zuweisung in eine Gemeinde auf eigene Faust weiterreisen. Und wie verhält es sich mit dem Taschengeld? Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Dürfen Flüchtlinge aufeigene Faust weiterreisen?

Flüchtlinge, die in Niedersachsen oder bundesweit um Asyl ersuchen, sind formal dazu verpflichtet, ihren „Wohnsitz“ in einer Erstaufnahmeeinrichtung zu haben. Wenn sie die ihnen zugewiesene Unterkunft – aus welchen Gründen auch immer – mit unbekanntem Ziel dauerhaft verlassen, können die Behörden sie daran nicht hindern, erläutert der Sprecher des niedersächsischen Innenministeriums, Matthias Eichler, der NWZ. Die Flüchtlinge haben grundsätzlich das Recht, sich frei zu bewegen und dementsprechend auch die Unterkünfte zu verlassen.

Wie viele Flüchtlingesind weitergereist ?

Dem Innenministerium liegen keine Zahlen vor, wie viele Menschen sich auf eigene Faust“ weiter auf den Weg machen. Ein Beispiel aus dem Landkreis Ammerland: In Westerstede kamen zuletzt 102 Flüchtlinge an, von ihnen blieben zehn im Ammerland – allein reisende Männer – und ließen sich registrieren. Die anderen ließen sich nicht registrieren und reisten weiter.

Wirkt sich das auf das Asylverfahren aus?

Damit die Flüchtlinge nicht dauerhaft abgängig sind und ziellos herumreisen, werden an den Standorten der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen entsprechende Informationen an die Flüchtlinge ausgehändigt. Diese beinhalten Angaben zum weiteren Prozedere der Registrierung, dem Inhalt der Erstuntersuchung und dem Zeitpunkt der Vorstellung beim Sozialamt, das heißt der Taschengeldauszahlung. Niedersachsen hat sich entschlossen, das Taschengeld in bar auszuzahlen, nicht als Sachleistung. Die Länder sprechen von hohem Verwaltungsaufwand. Nur Bayern will eine Sachleistung einführen.

Sind unregistrierte Flüchtlinge illegal im Land?

Formal halten sich Flüchtlinge, die sich nicht haben registrieren lassen, illegal im Land auf, bestätigte das Innenministerium auf Nachfrage. Zahlungen vom Sozialamt gibt es ohnehin nur an Flüchtlinge, die sich haben registrieren lassen.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.