ECKWARDEN Mit kräftiger finanzieller Hilfe des Landes Niedersachsen und möglichst ohne selbst zur Kasse gebeten zu werden, möchte die Gemeinde Butjadingen einen touristischen Nutzen aus den im Langwarder Groden durch die Kompensationsmaßnahme entstehenden Salzwiesen ziehen können. Den ersten Schritt dafür machte der Butjadinger Gemeinderat. Er beschloss während seiner Sitzung am Donnerstagabend im Eckwarder Hof in Eckwarden mit großer Mehrheit, eine Förderung aus dem Landesprogramm „Natur erleben“ zu beantragen.

Sie soll die Finanzierung von Maßnahmen sichern, die Bürgen und Touristen ein Naturerlebnis im Langwarder Groden ermöglichen. Dafür wurde von der Nationalparkverwaltung ein Konzept erarbeitet, das aus zwei Komponenten besteht.

Die eine beinhaltet einen circa vier Kilometer langen Wanderstrecke durch den Langwarder Groden, die zum Teil als Bohlenweg hergestellt werden soll und zwei Fußgängerbrücken über das Sieltief erfordert. Zudem sind je zwei Beobachtungs- und Informationsplattformen sowie diverse Informationstafeln entlang des Rundweges vorgesehen. Die zweite Komponente besteht aus Beobachtungs- und Informationshütten.

Die Kosten für das Projekt Naturerlebnis schätzt die Nationalparkverwaltung auf rund 300 000 Euro. Durch das Landesprogramm „Natur erleben“ besteht grundsätzlich eine Fördermöglichkeit von 80 Prozent der Gesamtkosten. In Ausnahmefällen sind auch schon 100 Prozent der Investitionskosten vom Land übernommen worden.

Dass die Gemeinde Butjadingen sich an den Kosten für das Projekt Naturerlebnis beteiligt, obwohl sie weder Eigentümer des Areals ist noch die jetzige Kompensationsmaßnahme verursacht hat, stieß bei einigen Ratsmitgliedern auf Kritik und Ablehnung. Uta Meiners, Wolfgang Stolle (beide FDP), Lambertus Poll (Unabhängige) und Gabriele Rohmer-Stadler (Linke) trugen den Beschluss nicht mit, weil sie keine Blankoscheck unterschreiben wollten, zumal die tatsächlichen Kosten und auch die Folgekosten noch gar nicht festständen.

Während Jürgen Sprickerhof darauf verwies, dass es zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht um eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde gehe, machten sich Bürgermeister Rolf Blumenberg sowie Christoph Muth und Wilhelm Has (beide CDU) für die Beantragung der Fördermittel stark. Mit der Umsetzung des Projekts Naturerlebnis im Langwarden Groden könnte die Gemeinde die touristische Bedeutung des Weltnaturerbes Wattenmeer um eine Attraktion bereichern.

Der mit 14:4 Stimmen gefasste Ratsbeschluss beinhaltet, dass die detaillierten Antragsunterlagen, die die Gemeindeverwaltung nunmehr gemeinsam mit der Nationalparkverwaltung erstellen muss, dem Gemeinderat vor Antragstellung erneut zur Beschlussfassung vorgelegt werden muss.

Rolf Bultmann Nordenham / Redaktion Nordenham
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