Brake /Wesermarsch Viel zu zählen hatten die Kreishausmitarbeiter am Sonntagabend. Sämtliche Briefwahl-Stimmzettel aus der Wesermarsch wurden zentral in Brake ausgezählt. Und das waren mit 6227 deutlich mehr als vor fünf Jahren (4394). Eine Wahlbeteiligung, die mit 54,6 Prozent um 12,2 Prozentpunkte über der von 2014 lag, tat ihr Übriges.

Um 21.10 Uhr stand es dann fest, das vorläufige Endergebnis. Und es bestätigte, was sich den ganzen Abend über angedeutet hatte: Herbe Verluste für CDU und SPD, deutliche Gewinne für die Grünen, ein mäßiges Plus bei AfD und FDP sowie keine Veränderungen bei der Linkspartei. Und noch einen Gewinner gab es: Die Satirepartei „Die Partei“ verfünffachte ihren Stimmenanteil von 0,53 Prozent auf 2,43 Prozent nahezu.

Am schnellsten ausgezählt hatte der Wahlvorstand in Fedderwardersiel: Um 18.16 Uhr wurde das Ergebnis gemeldet. Allerdings war auch die Zahl der Stimmzettel mit 74 überschaubar. In manch anderem Wahllokal mussten weit mehr als 600 Stimmen ausgezählt werden.

Die schnellste Stellungnahme kam übrigens vom Wahlsieger: Dragos Pancescu, europapolitischer Sprecher der Grünen im Landtag, schickte ebenfalls bereits um 18.16 Uhr eine Stellungnahme per E-Mail. Darin heißt es: „Die Menschen in Niedersachsen haben gezeigt, dass ein soziales, ökologisches, friedliches und geeintes Europa wählbar ist.“ Christina-Johanne Schröder, Mitglied des Kreisvorstandes, meinte mit Bezug auf das Landkreis-Ergebnis von 21,7 Prozent etwas später: „Heute feiern wir Europa und die hohe Wahlbeteiligung. Ab morgen stehen wieder Klimaschutz und die zunehmende soziale Ungleichheit hier in der Wesermarsch und in ganz Europa auf unserem Aufgabenzettel. Dazu gehört das Ende von klimaschädlichen und milliardenschweren Großprojekten wie die A 20, dafür die Investition in schnelles Internet im gesamten ländlichen Raum.“

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Lange Gesichter indes bei der SPD, die im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren 12,2 Prozentpunkte einbüßte und mit 23,4 Prozent (673 Stimmen mehr als die Grünen) Platz zwei im Landkreis nur knapp behaupten konnte: „Das Gesamtergebnis ist erschreckend, enttäuschend und bitter“, sagte Unterbezirksvorsitzende Karin Logemann. „Vor Ort ist es schwierig, gegen den Bundestrend anzukommen. Das ist ein Stück weit niederschmetternd.“

So richtig freuen konnte sich beim einem Minus von 9,8 Prozentpunkten auch Björn Thümler nicht. Der CDU-Kreisvorsitzende meinte angesichts von 28 Prozent aber: „Gut, dass wir stärkste Partei sind.“ Man müsse künftig aber stärker die Themen besetzen, die die Menschen umtreiben – europaweit und in der Wesermarsch. Dazu gehörten derzeit Klima- und Umweltschutz.

Hinter dem Bundestrend zurück blieb die AfD in der Wesermarsch, wo sie nur 2,4 Prozentpunkte zulegen konnte. Nicht richtig zufrieden zeigte sich deshalb Lothar Mandalka vom Kreisverband Oldenburg Land, Wesermarsch & Delmenhorst gegenüber der NWZ trotz der Zugewinne. Und noch einen Wermutstropfen hatte er: das starke Abschneiden der Grünen.


Alle Ergebnisse online unter   www.nwzonline.de/europawahl 
Markus Minten Redaktionsleitung Brake / Redaktion Brake
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