Berlin /Hannover Mit exakt 31 200 Euro hat der Bund in den vergangenen Jahren die umstrittene Tierschutzorganisation Peta unterstützt. Mit dem Geld – im Jahr 2018 waren es 8800, in 2017 sogar 12 800 Euro – hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert, dass junge Menschen ihren Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) bei den Tierschutzaktivisten absolvieren konnten. Das geht aus einer Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion zur Zusammenarbeit zwischen der Bundesregierung und Naturschutzorganisationen hervor.

Peta-Kritiker bemängeln vor allem, dass Tierschutzverstöße teilweise durch Stalleinbrüche gefilmt und aufgedeckt würden. Ein Punkt, den auch Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast verurteilt. „Tierschutz erfordert Zusammenarbeit und Vertrauen aller Beteiligten. Stalleinbrüche stehen dem entgegen und werden von uns strikt abgelehnt“, betont die CDU-Politikerin auf Nachfrage unserer Zeitung. Im vergangenen Jahr hatte Otte-Kinast gefordert, die Gemeinnützigkeit von Tierschutzorganisationen überprüfen zu lassen, wenn diese heimlich gedrehte Aufnahmen aus Ställen veröffentlichen. Man müsse sich fragen, „ob Peta und Co. zu Recht als gemeinnützig eingestuft sind“, hatte die Ministerin gesagt. Und weiter: „Ich bin dafür, dass dieser Status bei Tierrechtsorganisationen, die in Ställe einbrechen, überprüft und im Zweifelsfall aberkannt wird.“

Die Landwirtschaftsministerin wirft den Tierschützern zudem vor, dass derartige Aufnahmen häufig erst Monate später veröffentlicht würden. „Was ist denn das für ein Tierschutz, wenn man die Schweine, Rinder oder Hähnchen weiter leiden lässt?“, fragt Otte-Kinast und spricht von „Stimmungsmache und Eintreiben von Spendengeldern“. Sie gehe aber davon aus, „dass die mit Bundesmitteln geförderten Freiwilligen ihren Dienst im Rahmen der Gesetze ausüben“.

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Christian Dürr aus Ganderkesee (Kreis Oldenburg) hat kein Verständnis für die Peta-Finanzspritze des Bundes. Nachdem im Bundestag bereits darüber diskutiert worden sei, ob Peta die Gemeinnützigkeit aberkannt werden solle, „stellen wir nun fest, dass die Organisation sogar Mittel aus dem Bundeshaushalt erhält“, kritisiert der Bundestags-Fraktionsvize und Vorsitzende des FDP-Bezirksverbands Oldenburg. „CDU/CSU und SPD sollten sich fragen, ob sie Freiwilligendienstplätze in einer Organisation unterstützen, deren Mitglieder in der Vergangenheit Straftaten begangen haben.“

Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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