Berlin /Elsfleth Die „Gorch Fock“ wird weitergebaut. Kurz vor 13 Uhr wurde am Donnerstag bekannt, was sich schon seit Tagen angekündigt hatte: In Berlin einigte sich Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) mit Vertretern der Elsflether Werft auf die Fortführung der Arbeiten an dem traditionsreichen Segelschulschiff.

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Ziel sei es, bereits am Montag wieder mit den Arbeiten zu beginnen, sagte von der Leyen nach dem Gespräch. Der grundsätzlichen Einigung über die Aufhebung des Zahlungsstopps müssen formal noch die am Insolvenzverfahren Beteiligten zustimmen.

Im Gespräch mit unserer Zeitung zeigte sich der neue Aufsichtsratschef der Werft, Pieter Wasmuth, erleichtert: „Das ist eine gute Entscheidung, weil es uns die Möglichkeit gibt, die Werft zu stabilisieren.“ Die Transparenz der neuen Werftleitung sei „sehr positiv aufgenommen“ worden und habe „neues Vertrauen“ geschafft, so Wasmuth. Er sei nun zuversichtlich, dass die Werft weitere Projekte von der Marine bekomme.

Zustimmung zu der Entscheidung gab es von der IG Metall Küste. „Auf diese Entscheidung haben die Beschäftigten der Werft und bei vielen Zulieferern in der Region gewartet“, erklärte Bezirksleiter Meinhard Geiken. Nach Wochen der Unsicherheit gebe es jetzt wieder eine Perspektive.

Und auch SPD-Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller, Mitglied im Verteidigungsausschuss, freute sich über die Entscheidung: „Das ist ein richtig guter Tag für die Region.“ Außerdem betont sie gegenüber unserer Zeitung noch einen weiteren Teil der Vereinbarung: Die Werft dürfe bis zum 31. Mai einen Plan entwerfen, wie es weitergehen könnte – mit aktualisiertem Zeitplan und ohne die Kostenobergrenze von 128 Millionen Euro anzutasten. „Die Idee der Weiterführung ist ein gutes Zeichen – somit besteht die Chance, die Gorch Fock in Elsfleth zu Ende zu bauen.“

„Hocherfreut“ zeigte sich auch die SPD-Landtagsabgeordnete Karin Logemann: „Das ist der richtige Schritt für die Elsflether Werft, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für unsere Region.“ Für sie stehe fest: „Das Schiff muss zu Ende gebaut werden.“

In der Vereinbarung mit der Werft ist vorgesehen, dass das Schiff für weitere elf Millionen Euro bis zum Sommer schwimmfähig werden soll. Für den zweiten Schritt vom Ausdocken bis zur Hochseetauglichkeit dürfen maximal weitere Kosten in Höhe von 48 Millionen Euro entstehen.

Darüber hinaus hat sich die Werft verpflichtet, vollumfänglich ihre Bücher zu öffnen.

Jörg Jung Redakteur / Regionalredaktion
Ellen Kranz Redakteurin / Regionalredaktion
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