New York Bundesaußenminister Heiko Maas hat vor der UN-Vollversammlung eindringlich für internationale Kooperation anstelle nationaler Alleingänge geworben. „Zusammenarbeit ist alles andere als Verrat am eigenen Land. Sie schafft vielmehr die Voraussetzung dafür, dass es unseren Ländern gut geht“, sagte er am Mittwochabend in der Generaldebatte in New York. Keine einzige der großen Zukunftsfragen lasse sich von einem Land alleine lösen. „Auf Globalisierung, Digitalisierung, Migration oder den menschengemachten Klimawandel finden wir nur gemeinsam Antworten.“

Maas setzte damit einen Kontrapunkt zu Rednern wie US-Präsident Donald Trump, Brasiliens Staatschef Jair Bolsonaro und dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani. Trump hatte in seiner Rede gesagt: „Die Zukunft gehört Patrioten.“

Maas arbeitet seit Juli vergangenen Jahres daran, dieser Haltung eine „Allianz für Multilateralismus“ entgegenzusetzen. Eine große Auftaktveranstaltung dazu soll am Donnerstag mit Vertretern aus mehr als 50 Ländern stattfinden, die meisten davon Außenminister. Die Allianz soll bestehende internationale Abkommen stärken, die Reform internationaler Institutionen voranbringen und eine engere Kooperation da fördern, wo es international noch Regelungsbedarf gibt. Sie ist als loses Netzwerk geplant und nicht als Gruppe mit fest geregelter Mitgliedschaft wie die G7 oder G20.

Maas betonte die besondere historische Verantwortung Deutschlands für internationale Zusammenarbeit: „Gerade Deutschland, vor 80 Jahren Brandstifter und Zerstörer in Europa und der Welt, muss heute in besonderer Weise Verantwortung für eine Ordnung übernehmen, die den Frieden sichert“, sagte er.

Die Rede des Außenministers war für Freitag geplant, wurde aber überraschend vorgezogen. Maas sprach am späten Mittwochabend als letzter Redner vor nur noch spärlich besetzten Reihen.

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